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Zur Frage: Führt der Donaustrom autochthones Plankton?

Wawrik, Friederike

Kurzfassung

Im Herbst 1960 und 1961 führte die Arbeitsgemeinschaft Donauforschung der S.I.L. eine wissenschaftliche Donaubereisung durch. Der Strom wurde im September 1960 von Wien bis Sulina befahren; ein Jahr später bereisten wir die Strecke von Wien zur Donauquelle. Mein Interesse galt vor allem der Frage: Führt der Donaustrom autochthones Plankton? Die Antwort setzt eingehende ökologische Kenntnisse voraus, die sich besonders auf die Fließgeschwindigkeit, auf die hydrographischen Verhältnisse in den verschiedenen Stromabschnitten und auf das Einzugsgebiet der Donau beziehen. Die Donau (Bregquelle) entspringt im Hochschwarzwald. Solange sie Bachcharakter hat, führt sie im freien Wasser vorwiegend Organismen, die vom Ufer eingeschwemmt werden. Weiter ostwärts wird der Flußcharakter mehrmals von Staustrecken unterbrochen. Von Passau bis oberhalb Gönyü (Ungarn), Stromkilometer 1770, hat die Donau ein mittleres Gefälle von 0,43 ‰ und eine mittlere Profilgeschwindigkeit von 1,00-3,20 m/s (Durchschnitt 2,1 m/s). Man könnte sie in diesem Abschnitt einen Gebirgsfluß nennen; es wird jedoch durch die Laufstaue vor Jochenstein - Aschach im Bau - und Persenbeug die Strömungsgeschwindigkeit der Donau in den Staubecken auf kilometerweite Strecken stark vermindert. Einsele (1960) kennzeichnet das Produktionsgeschehen im Fluß als Funktion der Fließgeschwindigkeit. Behning (1928), Thienemann (1953) und Uherkovich (1958) vertreten die Annahme, daß sich autochthones Potamoplankton bei mittleren Strömungsgeschwindigkeiten zwischen 0 bis 1,0 m/s entfaltet. Nach Knöpp (1959) vertritt die gegenwärtige Lehrmeinung die Ansicht, daß Plankton schon bei Fließgeschwindigkeiten zwischen 0,5 bis 0,6 m/s abstirbt. Ich habe daher meine Beobachtungen im Donaustrom bei Wien begonnen.

Keywords

autochthonPlanktonDonauBregquelleStrömungsgeschwindigkeitPotamoplankton