Original paper

Mikrobiologische Untersuchungen des ungarischen Donauabschnittes in den Jahren 1958-1959 (Danubialia Hungarica, XVI.)

Pater, J.; Molnãr, M.

Kurzfassung

Seit der Gründung der Ungarischen Donauforschungsstation wurden die Untersuchungen als Gemeinschaftsarbeit geplant und durchgeführt. Dieser Grundsatz kommt bei der Untersuchung von Flüssen und Strömen immer mehr zur Geltung. Unter den diesbezüglichen ausländischen Untersuchungen erwähnen wir die Arbeiten von Waser, Husmann und Blöchliger (1934) und Waser (1938). In Ungarn führten Lessenyei, Muhits, Török und Pater (1957), außerdem Toth, Muhits, Gregats und Pater (1959) derartige komplexe Untersuchungen durch. In unserem Referat berichten wir über die am ungarischen Donauabschnitt vom 30. Juni bis 3. Juli 1958 sowie am 22. Mai und 30. Oktober 1959 durchgeführten mikrobiologischen Arbeiten. Im Verlauf der Untersuchungen wurden von Szob bis Mohacs bzw. Baja an 21 bzw. 27 Stellen Proben entnommen. Aus diesen Proben führten wir bei den mikrobiologischen Untersuchungen Coli-Züchtungen durch. Wir bestimmten den Coli-Titer, den Typ des gezüchteten Coli-Stammes, den Befund der enteralen Bakteriophag-Untersuchung (Typhus, Paratyphus-B, Shiga, Flexner, Sonne, Coliphag). Die Untersuchungsergebnisse haben neben der Festlegung des mikrobiologischen Status des Wassers auch eine praktische hygienische Bedeutung. Die Verseuchung mit Coli-Bakterien, das Vorkommen von Bakteriophagen sowie die Anwesenheit anaerober Mikroben können als wichtige Verseuchungsindizien aufgefaßt werden. Auf diese Weise ist es dem Hygieniker möglich, epidemiologische Maßnahmen in Vorschlag zu bringen. Er kann z. B. den Strandbesuch und das Baden an gewissen DonausteIlen verbieten oder aber die Verseuchungsquellen ermitteln und deren Beseitigung veranlassen. Bei Beurteilung der Untersuchungsbefunde muß beachtet werden, daß auf Tab. 1 Probe 1-6 aus der Donau bei steigendem Wasserstand, Probe 7-23 bei beginnendem Hochwasser und Probe 24-27 bei kulminierendem Hochwasser genommen wurden. Die Probenahme am 22. Mai 1959 erfolgte bei niedrigem Wasserstand, die Untersuchungen im Oktober 1959 wurden bei sehr niedrigem Wasserstand vorgenommen. Aus den Diagrammen ist zu ersehen, daß Coli-Bakterien bei allen drei Untersuchungen in diffuser Verteilung festzustellen waren. Das Vorkommen und der Nachweis von Bakteriophagen, die eine konzentrierte Verunreinigung mit menschlichen Fäkalien anzeigen, ist bei niedrigem Wasserstand wesentlich ausgeprägter, weil dann die Verdünnung geringer und somit die Selbstreinigung erschwert ist. Die mikrobiologischen Untersuchungen des ungarischen Donauabschnittes können, wie zu hoffen ist, als Glied einer Kette von ähnlichen Untersuchungen der übrigen Donaustaaten eingereiht werden.

Keywords

DonauUngarnColienteralBakteriophag-UntersuchungTyphusParatyphus-BShigaFlexnerSonneanaerobe Mikroben