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Biocoenotische Untersuchungen im Felsenbereich der unteren Donau (Abschnitt Hirsova).

Elian, Lucretia; Prunescu-Arion, Elena

Kurzfassung

Im Rahmen des hydrobiologischen Studiums des Überschwemmungsgebietes der Donau wurde von uns im Bereich der Stadt Hirsova die Besiedlung auf den ständig vom Donauwasser benetzten Felsen untersucht. Die gesamte diesem Biotop angepaßte Organismenwelt verträgt gut die Schwankungen des Wasserspiegels und ist streng an das ungünstige Felsensubstratum gebunden. Über die Zusammensetzung der im Felsenbereich der rumänischen Donau lebenden Tierwelt finden wir die ersten Angaben bei Bacescu (1944, 1948). Der Verfasser ermittelt im Abschnitt Cazane-Portile-de-fier eine marine, bis zu jener Zeit hier unbekannte Tierwelt, die den ponto-kaspischen Formen zugezählt werden muß. Popescu und Prunescu-Arion (1961) haben im Abschnitt Orsova-Cazane mehrere von Bacescu erwähnte Benthosformen beschrieben. Russew (1959, 1960) zitiert die für das litho-rheophile Biotop des bulgarischen Donauabschnittes (km 375-845) charakteristische Tierwelt. Zahlreiche vom Verfasser erwähnte Organismen sind auch von uns ermittelt worden. Das Kollektiv des limnologischen Laboratoriums des Biologischen Instituts in Bukarest studierte unter der Leitung von Professor Th. Busnita die Biocoenosen der rumänischen Donau, besonders die trophische Bedeutung derselben für die Ernährung der Fische. Im Vergleich mit dem Abschnitt Cazane-Portile-de-fier (Popescu und Prunescu-Arion 1960) haben wir die Donau-Biocoenosen im Bereich der Stadt Hirsova untersucht. Geologisch unterscheidet sich der Abschnitt Hirsova von demjenigen der Cazane dadurch, daß der erstere von den ältesten grünen, im Bereich der Ortschaft Topalu an der Donau einsetzenden Schieferformationen gekennzeichnet wird, die weit nordwärts, jenseits von Hirsova bis Peceneaga-Camena reichen. Auf den grünen Schiefern befinden sich quaternäre Mergelformationen und größere Mengen von groben Kalksteinen. Abgesehen von den Kieselformationen kommen in den Kalksteinen reichhaltige Ammonitenreste vor. Im Abschnitt Cazane-Portile-de-fier herrschen kristalline Schiefer vor. Geomorphologisch betrachtet unterscheidet sich das linke Ufer vom rechten: das erstgenannte ist quaternärer Formation und bildet bei großen Überschwemmungen eine entsprechende Aue, das zweite wird dagegen durch mergelartige Kalkformationen gekennzeichnet. Die Verschiedenheit der Biotope lassen von allem Anfang an den Schluß zu, daß jedes Ufer seine eigene Biocoenose hat. In dem vorliegenden Bericht beschränken wir uns auf die Organismengesellschaften der Felsen. Das Tiermaterial wurde in den Jahren 1961 und 1962 gesammelt. In dieser Zeitspanne kamen mittlere, niedrige (Oktober 1961) und hohe Wasserstände (April 1962) vor.

Keywords

danube riverHirsovabiocoenotischponto-kaspischBenthosformlitho-rheophilDonauSchieferOrsova-Cazane