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Studien zur Algenvegetation der Donau-Auen

Fetzmann, Elsalore

Kurzfassung

Die Erforschung des Donaustromes in biologischer, aber auch physikalisch-chemischer Hinsicht ist ein dringendes Gebot der Zeit. Die Donau ist einer der letzten großen europäischen Ströme, der noch als ziemlich rein und unverändert betrachtet werden kann. Freilich wird die fortschreitende Industrialisierung und der Ausbau der geplanten Kraftwerkskette unabsehbare Veränderungen auch in diesem Strom nach sich ziehen. Deshalb wird die Donau selbst seit einigen Jahren eingehend untersucht, und es liegen schon eine Reihe von Arbeiten über Chemismus, Wasserführung, Bakteriengehalt und Entwicklung des Potamoplanktons vor (aus Österreich z. B. Weber 1960, Claus und Reimer 1961, Liepolt 1961). Doch durch Eingriffe, wie die geplanten es sind, treten nicht nur im Strom selbst Veränderungen auf, sondern die angrenzenden Auwälder und Altwässer werden ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen, so daß die Bestandsaufnahme und die Erforschung der ökologischen Gegebenheiten eine dringliche Aufgabe darstellt, zumal diese Biotope nach modernen limnologischen und soziologischen Methoden noch kaum untersucht sind. Was nun die Algen betrifft, so wurden die Auen an der Donau vor allem in der Umgebung von Wien untersucht. Häufig waren nur bestimmte seltene Formen Ziel der Arbeiten, wie die Diatomee Attheya zachariasi bei Brunnthaler (1903) oder seltene Chryso- und Cryptomonaden bei Schiller (1929) und Schmid (1934) oder Dinoflagellaten bei Schiller und Stefan (1935), um nur einige zu nennen. Die gesamten Algen und Schizophyceen der Altwässer der Donau bei Wien studierte Brunnthaler (1907), während Held (1937), v. Mitis (1941) und Oberzill (1941) mehr ökologische Studien betrieben und dabei auch die chemischen und physikalischen Verhältnisse dieser Altwässer angaben. Grohs (1942-1944) berücksichtigt neben der Messung von Temperatur, Sauerstoff, Stickstoff, Phosphor und Kohlensäure hauptsächlich die Makrophyten. Diese stadtnahen Altwässer können aber kaum noch als natürliche betrachtet werden. Der Bade- und Bootsfahrbetrieb im Sommer und die zunehmende Verbauung brachte z. B. in der "Alten Donau" eine grundlegende Änderung im Charakter des Planktons. Von den heute noch unberührteren Auen habe ich mich seit 1954 vorwiegend mit der Stockerauer Au beschäftigt, aber fallweise auch die Auen von Linz, Tulln und Klosterneuburg in die Untersuchungen einbezogen. Eine von der Donau-Arbeitsgemeinschaft der Internationalen Vereinigung für Limnologie in der Zeit vom 18. September bis 5. Oktober 1960 veranstaltete Forschungsreise auf der Donau von Wien bis zur Mündung ins Schwarze Meer bot mir willkommene Gelegenheit, wenigstens kursorisch einige Algenvergesellschaftungen aus den Altwässern an der unteren Donau kennenzulernen.

Keywords

DonauAlgenvegetationAuenPotamoplanktonBiotopSchizophyceenMakrophytenDiatomeeWienaustria