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Angaben zur Bewertung der chemischen Verhältnisse in der Donau (Danubialia Hungarica XXIX).

Dvihally, Zsuzsa T.

Kurzfassung

Der Gehalt an gelösten Salzen ist in unseren Oberflächenwässern im Laufe des Jahres nicht beständig. Infolge starker Verdunstung steigt während der sommerlichen Dürre die Konzentration der gelösten Salze im Teichwasser, während in den niederschlagsreichen Zeitabschnitten eine Verdünnung eintritt. In verschiedenen Jahreszeiten und bei verschiedenen hydrographischen Gegebenheiten sind Änderungen der Menge an gelösten Salzen auch bei Flußwässern zu beobachten. Die Schwankungen der Salzkonzentrationen betragen bei der Wolga ca. 250 mg/l (Radischtschew 1926), beim Dnjepr ca. 300 mg/l (Almazow & Maistrenko 1959), bei der Donau ca. 160 mg/l (Wolfsbauer 1878, Almazow & Maistrenko 1959), bei der Tisza und Maros ca. 40 mg/l (Mezösi & Donath 1954). Die Menge der gelösten Salze im Donauwasser ist im Winter, namentlich bei lang andauernder Eisdecke, am größten und während des Sommers am kleinsten. Die jahreszeitliche Veränderlichkeit der Menge an gelösten Salzen steht in engem Zusammenhang mit dem Wasserstand bzw. mit den Schwankungen der Abflußmenge. Während des anhaltenden sommerlichen Hochwasserstandes oder aber im Laufe des ganzen Jahres bei Hochflut vermindert sich der Salzgehalt im Donauwasser. Diese Verdünnung kann bei den einzelnen Flutwellen von Tag zu Tag beobachtet werden, auch bei Flutwellen von kurzer Dauer (1-2 Tage). Schon 1878 wies Wolfsbauer auf Grund seiner chemischen Untersuchungen des Donauwassers auf diese Erscheinungen hin und erklärte sie damit, daß die Flüsse bei niedrigem Wasserstand hauptsächlich von mineralsalzreichen Quellen und Grundwässern gespeist werden, bei hohem Wasserstand dagegen von Gletscher und Schneewässern. Stundl (1951) beobachtete am österreichischen Abschnitt der Donau, daß sich die Veränderlichkeit der Abflußmenge auf den Elektrolytgehalt des Donauwassers in starkem Maße auswirkt. Bei hohem Wasserstand vermindert sich der Cl- und HCO3-Inhalt sowie die Gesamthärte des Donauwassers durch die Einwirkung des elektrolytarmen Regen- und Tauwassers. Dasselbe stellte er auch bei Untersuchungen der Nebenflüsse fest. Almazow und Maistrenko (1959) beobachteten bei Untersuchungen des unteren Donauabschnittes ebenfalls, daß die hydrochemischen Verhältnisse in erster Linie von der Abflußmenge abhängig sind, hoben jedoch hervor, daß zur genaueren Beurteilung der Beziehungen einige charakteristische Konstanten bekannt sein müßten.

Keywords

DonauDanubialia Hungaricadanube riverSalzeWolgaDnjeprhydrographisch