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Ernährungsdynamik des Döbels (Leuciscus cephalus L.) im Fluß Muresch

Gyurko, S.; Nagy, Z.

Kurzfassung

PANCRITIUS (zit. nach WILLER 1924) ein Pflanzenfresser, nach EGERMAN (1929) ein Tierfresser und schließlich wird er von CARAUSU (1952) und JASZFALUSI (1944) für einen Allesfresser gehalten. MATEI und DIMITRIU (1963) äußern sich nicht, welche Nahrung sie für ilm als die wimtigste ansehen. HOCHMAN (1957) hat auf Grund der Untersuchung des Darminhaltes der 33 in der Moravitza gefangenen Exemplare festgestellt, daß der Fism in hohem Maße Pflanzennahrung zu sich nimmt. Die Widersprüme in den Ansimten der einzelnen Autoren sind einerseits dadurm zu erklären, daß jeweils nur wenige Exemplare untersucht werden, andererseits sich die Untersuchungen nur auf eine bestimmte Jahreszeit oder Altersgruppe beziehen. Selbstverständlich kann die Tatsache, daß die Untersuchung der Fisdmahrung in versdtiedenen Flüssen vorgenommen wurde, aum zu den Meinungsverschiedenheiten geführt haben, oder die Nahrung wurde nur qualitativ untersucht. Namstehende Ausführungen geben ein quantitatives Bild der Ernährung des Döbels, befassen sim mit zahlreichen Altersgruppen sowie mit den Populationen aller Jahreszeiten. Das Untersumungsmaterial, im ganzen 192 Fische, wurde in den Jahren 1954, 1961-1963 in Muresch, zwischen Stinceni (Bezirk Toplita) und Moresp (BezirkLud�) gesammelt. DerDarminhalt wurde nach dem Fang sofort in 4°/oiger FormalinIösung fixiert, nachdem vorher das Gewimt der Fische festgestellt und Schuppen zur Altersbestimmung entnommen worden waren. Die Bestimmung des Geschlechts, das Wägen der Gonaden, die Längenmessung sowie die Feststellung des Alters der Fische erfolgten nachträglich im Laboratorium. Um die Nahrungszusammensetzung mit der Ernährungsgrundlage vergleichen zu können, wurden während des Fischens mittels eines Sammelrahmens von 0, 1 m2 Fläche an mehreren Stellen Grundproben entnommen. Auch wurden die als notwendig erachteten hydrologischen Daten (Strömung, Tiefe, Durchsichtigkeit, pH usw. ) bestimmt. 48 S. Gyurk6 und Z. Nagy Im Laboratorium wurde von jedem Darmtrakt der Fettigkeitsgrad (0 bis 5) auf Grund der PRAzARowsKIschen Skala (1952) bestimmt und die Länge des Dannkanals gemessen. Nach der Aufschlitzung des Dannkanals wurde der Grad des Gefülltseins gemäß einer Skala (0-5) für den Vorder-, Mittel- und Hinterdarm geschätzt und anschließend jede Darmpartie einzeln analysiert. Die in den einzelnen Dannteilen gefundenen Organismen wurden je nach ihrer systematischen Zugehörigkeit in Gruppen aufgeteilt und diese auf einer Torsionswaage mit 0, 1 mg Genauigkeit gewogen. Der Verdauungsgrad in den einzelnen Darmpartien wurde gleichfalls mittels einer Skala von 0-5 bestimmt. Der partielle Index der Darmfülle für die einzelnen Komponenten und Individuen sowie der allgemeine Index für die einzelnen Populationen und sämtliche Populationen wurde nach der von ZENKE-WITSCH (1931) angegebenen Methode (Verhältnis des Nahrungsgewichtes zum Fischgewicht) berechnet und in 0/000 ausgedriickt. Ergebnisse Der Darmkanal des Döbels ist sehr kurz, beschreibt in der Bauchhöhle nur zwei Windungen und ähnelt so dem eines Raubfisches. Die Länge des Darmkanals, verglichen mit der Körperlänge ausschließlich Schwanzflosse, der verschiedenen Altersklassen (Tab. 1) läßt erkennen, daß der Wert außer bei den einsömmerigen Fischen bei allen Altersklassen annähernd gleich ist. Der Verhältniswert bewegt sich um 1. Tabelle 1 Das Verhältnis der Darmlänge (DL) zur Körperlänge, ohne Schwanzflosse (KL) Alter DL KL DL/KL 0+ 26, 2 (19- 37) 36, 4 (21- 50) 0, 72 180, 1 (60- 98) 71, 3 (57- 88) 1, 12 2129 (108-158) 130 (99-153) 0, 98 3157, 1 (122-207) 156, 8 (139-175) 1 4190, 8 (148-225) 179, 5 (158-201) 1, 06 5224, 2 (156-290) 205, 4 (183-241) 1, 09 6244, 5 (204-290) 228, 8 (213-244) 1, 06 7 83102901, 06 Die Zusammensetzung der Nahrung steht mit dem Raubtiercharakter des Darmkanals in keinerlei Einklang. Aus dem quantitativen Bild der Nahrungszusammensetzung (Abb. 1) ist ersichtlich, daß ein bedeutender Teil der Nahrung des Döbels (71, 37010) von Pflanzen gebildet wird und dabei die höheren Pflanzen eine wichtigere Rolle spielen (43, 84010) als die Algen (27, 53010). Die Tiernahrung ist im Nahrungsspektrum nur mit 28, 63010 vertreten. Von den Tieren haben die Säugetiere (11, 20010), die Egel (6, 71010), die Köcherfliegenlarven (3, 51010), die Schnecken (2, 31010), die Käfer (2010) und die Fische (1, 32010) größere Bedeutung. Die übrigen tierischen