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Neue biologische Probleme bei den Phragmiteskulturarbeiten im Donaudelta

Rudescu, Ludwig

Kurzfassung

Die Meliorationsarbeiten, die für die Phragmites-Kultur im Donaudelta unternommen werden, erfolgen unter Berücksichtigung der physiologischen Ansprüche des Schilfrohres, der biochemischen Prozesse seines Lebensraumes und deren Einfluß auf die Pflanze. Zu beachten sind besonders auch die praktischen Voraussetzungen, die für den Einsatz von Erntemaschinen in den verschiedenen Schilfrohrgebieten erforderlich sind, sowie die gleichzeitig zu erfüllenden Bedingungen anderer Wirtschaftszweige, z.B. der Fischerei und Jagd, und die gesamte wirtschaftliche Rentabilität. Der durch Dammbauten im oberen Donaudelta künstlich geschaffene, andererseits durch freien Zu- und Abfluß des Wassers bedingte Wasserstand bestimmt in entscheidender Weise das Phragmites-Wachstum. Es kommt darauf an, den Rhythmus, die Höhe und die Dauer der Überschwemmung der Schilfrohrgebiete sowie die Strömungsgeschwindigkeiten des Wassers und die Höhe des Wasserstandes über dem Wurzelrhizom genau zu regulieren, damit die Wasserspeisung und -auffrischung der Wachstumszonen in der Vegetationsperiode des Schilfrohres sichergestellt ist. Nur dann kann eine gleichbleibende, hohe Phragmites-Produktion erreicht werden. Auch die Trockenlegung der Phragmites-Gebiete während der Winterzeit hat sich als ein wichtiger Faktor der Phragmites-Kultur erwiesen. Auf diesem Wege erfolgt eine Anreicherung des Bodens mit Mineralsalzen, und es entsteht eine widerstandsfähige Bodendeckschicht, die späterhin von den Schilfrohr- Rhizomen gleichmäßig durchdrungen wird und andererseits den Erntemaschinen genügend Widerstand verleiht, so daß eine Zerstörung der Rhizome vermieden wird. Als wesentlicher Erfolg derartiger Kulturarbeiten ist die Zurückdrängung von Typha (latifolia und angustifolia) zu nennen. Das natürliche Vorkommen der beiden Pflanzengattungen im Donaudelta entspricht 70% Phragmites zu 30% Typha, und man erreicht nahezu eine "Monokultur" mit 90% Phragmites. Der Prozentsatz kann sogar noch weiter durch direkte Rodung der Typha-Rhizome und Säen von Phragmites gesteigert werden. Das Phragmites-Wachstum wird durch Stickstoff und Phosphordünger stark gefördert. Mit Rücksicht auf die frühzeitig im Winter auftretenden Schneestürme mußte ein möglichst frühzeitiger Erntebeginn angestrebt werden, und es wurden zu diesem Zweck Entblätterungsverfahren angewandt. Bewährt hat sich vor allem Kaliumchlorat, das bei Anwendung Anfang September den Blattabfall von Phragmites innerhalb von 30-40 Tagen hervorrief, ohne daß ein nachteiliger Einfluß auf die künftige Phragmites-Produktion der mit der Lösung bespritzten Zonen beobachtet werden konnte. Es ist jedoch notwendig, die gleichen Gebiete im darauffolgenden Jahre nicht mit Kaliumchlorat zu behandeln und die Ernte möglichst spät durchzuführen.

Résumé

Dans cet article on traite le thème hydro-biologique qui est à la base des projets d'aménagements de roseaux dans le Delta du Danube, ainsi que les dernières réalisations dans l'étude de la biologie des roseaux et de son milieu ambiant en ce qui concerne - la croissance et le développement normal du roseau - la croissance et le développement du roseau dans les années d'inondations inhabituelles. - les phènomènes hydro-biologiques dans leur relation avec: l'alimentation avec de l'eau, la rétention des eaux, le renouvellement des encientes, leur evacuation, leur dessechement et leur réminéralisation aérobe pendant le désséchement. - le rhythme d'inondation. On d'étaille ici aussi certains résultats obtenus par la défoliation des roseaux, en vue de commencer la récolte plus tot, et certains resultats concernant l'amélioration de la production du roseaux par amendements d'engrais.

Keywords

PhragmiteskulturDonaudeltaSchilfrohrMelioration