Original paper

Die Radioaktivität in der österreichischen Donau

Frantz, Anny

Kurzfassung

Mit der in den letzten Jahren ständig zunehmenden Anwendung der Kernenergie in Wissenschaft, Technik und Medizin ist gleichzeitig die Gefahr einer radioaktiven Verunreinigung der Gewässer und damit auch der Donau stark angestiegen. Bei Beobachtung der Radioaktivität eines Gewässers muß man stets zwischen dem natürlichen Anteil, an den sich die Menschheit seit ihrem Bestehen angepaßt hat, und zwischen dem künstlichen Anteil, der die eigentliche Gefahr darstellt, unterscheiden. Die natürliche Radioaktivität im Wasser ist in erster Linie auf die Aktivität der im Wasser gelösten Salze des Kaliums, ferner des Urans, Thoriums und Aktiniums und deren Folgeprodukte zurückzuführen. Gemäß dem geologischen Charakter der Bodenschichte, die das Wasser durchfließt, werden die Salze in geringerem oder stärkerem Maße herausgelöst und die natürliche Aktivität schwankt im entsprechenden Rhythmus, jedoch in sehr geringem Maße. In der Donau liegt die natürliche Aktivität in der Größenordnung von einigen wenigen pCi/l; so betrug beispielsweise in der Donau bei Engelhartszell für 1961 die Kaliumaktivität im Mittel 1,3 pCi/l, die Uranaktivität 0,1 pCi/l und die Thoriumaktivität 0,09 pCi/l; für 1962 lagen die korrespondierenden Mittelwerte bei 1,3 pCi/l, 0,06 pCi/l und 0,05 pCi/l. Wesentlich ist, daß die Radioaktivität im Wasser im allgemeinen nicht an das Wassermolekül, also an das reine Wasser, sondern an die im Wasser gelösten Salze, an die darin kolloidal verteilten Stoffe und an die ungelösten Schwebstoffe sowie selbstverständlich auch an die im Wasser befindlichen Organismen und Sedimente gebunden ist. Künstliche Radioaktivität kann heute fast für alle Arten von Atomkernen erzielt werden, indem man sie mit energiereichen Elementarteilchen wie etwa Neutronen oder Protonen beschießt.

Keywords

RadioaktivitätÖsterreichDonauKaliumUranThoriumAktinium