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Einfluß des Fischfangs auf die Fischgemeinschaften der Donau

Balon, Eugeniusz K.

Kurzfassung

Noch lange vor dem Eintreten der wichtigeren durch die Tätigkeit des Menschen hervorgerufenen Naturänderungen wurden zuerst die größeren Tiere zum Opfer des Menschen. Wegen Fleisch, Fett, Fellen, oft aber gar bloßer Schlachtlust zufolge, waren im Mittelalter die Seekuh, der Urstier, später auch die Zugtaube völlig ausgerottet worden, und es fehlte nur sehr wenig dazu, daß auch der Wisent, das Wildpferd, einige Walfischarten und eine Reihe von weiteren mehr oder weniger bekannten Tieren einem ähnlichen Schicksal anheimgefallen wären. Es unterlagen vor allem die Tiere mit begrenzter Fortpflanzungsfähigkeit oder die Angehörigen der uralten aussterbenden Typen. Da die Fische seit jeher eine gesuchte Nahrung waren, kann man sich kaum wundern, daß der Mensch besonders die großen Arten zu verfolgen begann. Die einzige Rettungsmöglichkeit war für sie ihre große Fruchtbarkeit, erhebliche Verbreitung und schwierige Erbeutbarkeit für den Menschen der längst vergangenen Zeitalter in einer unzugänglichen Umwelt. Aber dennoch brachte er es fertig, an manchen Orten viele Arten nach und nach auszurotten, wofür das Los der Hausen und Störe in unserem Donauteil als ein anschauliches Beispiel dienen kann. Mit dem Zunehmen der Menschenanzahl und dem Rückgang dieser großen Fische griffen die immer mehr routinierten Fischer auf die kleineren Arten zurück, so daß sie schließlich die ursprüngliche Zusammensetzung der Fischpopulationen unwiderruflich geändert haben. Für das bisher Angedeutete könnte man entlang des gesamten Donaustromes unzählige historische und archäologische Beweismaterialien zusammenbringen. Da jedoch dies dem Zweck unserer Studie nicht entspricht und auch unsere Möglichkeiten ziemlich begrenzt waren, müssen wir uns mit einigen Beispielen begnügen. Und dort, wo es bei wichtigeren Punkten an Dokumenten fehlen sollte, würde es sicherlich faszinierend erscheinen, Hypothesen von dem möglichen Verlauf zu entwickeln. Vielleicht lassen sich dann später auch Beweismateralien dafür finden.

Keywords

FischfangFischpopulationStörarchäologischDonau