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Ökologische Untersuchungen an den Aufwuchsalgen der obersten Donau und ihrer Quellflüsse

Backhaus, Diedrich

Kurzfassung

Von den in den Donauquellflüssen und im Donauabschnitt anzutreffenden Aufwuchsalgen bereiten neben einigen Cyanophyceen besonders die sohlenbildenden Chlorophyceen große systematische Schwierigkeiten. Sind schon die "Sohlen" von Ulvella-, Protoderma- und Gongrosira-Arten mit ihren ähnlichen Zelldimensionen nur schwer von einander zu unterscheiden, so wird die Unsicherheit noch größer, wenn wasserstammfreie Sohlenstadien von Stigeoclonium und anderen Chaetophoralen hinzukommen. Aber nicht nur die dem Substrat anhaftenden, "kriechenden" Thallusbereiche sind schwer einzuordnen, auch die "Wasserstämme" vieler Arten bieten auf Grund ihrer großen morphologischen Plastizität viele Möglichkeiten der Verwechslung. Das gilt in besonders starkem Maße für Stigeoclonium tenue. Um zu entscheiden, welche Sohle zu welcher Art zu rechnen ist oder wohin eine bestimmte Stigeoclonium-Wuchsform gehört, sind oft umständliche Kulturansätze erforderlich. Ferner sind z. B. bei Hydrurus foetidus die von den bekannten Gallertschläuchen völlig abweichenden, flach ausgebreiteten Kümmer-, bzw. "Übersommerungs"-Formen weitgehend unbekannt. Derartige Sohlenstadien treten aber recht häufig während der wärmeren Jahreszeit in kleineren Bergbächen auf. Die folgende Zusammenstellung gibt zunächst eine einfache Aufzählung der im Untersuchungsgebiet angetroffenen Wuchsformen von Stigeoclonium tenue und eine Gegenüberstellung leicht verwechselbarer bzw. unbestimmbarer Sohlen aus verschiedenen Gattungen. Anschließend wird über Zuchtversuche mit diesen Formen berichtet werden. Alle Bezeichnungen und Beschreibungen der Probenstellen bzw. Sammelstationen sowie Hinweise auf die chemische Charakteristik einzelner Flußabschnitte beziehen sich auf die entsprechenden Angaben bei Backhaus & Sander (1967) und Backhaus (1967 b, c, 1968 a, b).

Keywords

CyanophyceenChlorophyceenmorphologischDonauquellflüsse