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Landschaft im Wandel - Grundzüge der Oberflächenrekultivierung im Rheinischen Braunkohlenrevier

Dworschak, Ulf

Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien, Veröffentlichungen Heft 26 (2008), p. 29 - 34

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published: Dec 2, 2008

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Kurzfassung

Die Niederrheinische Bucht erstreckt sich entlang des Rheins von Bonn im Südosten bis auf die Höhe von Düsseldorf und Mönchengladbach im Nordwesten. Es ist eine geologische Senkungszone, in der seit etwa 30 Mio. Jahren das Rheinische Schiefergebirge absinkt. Nach Westen wird sie von der Eifel und im Osten vom Bergischen Land begrenzt. Nach Norden geht sie kaum merklich in die Niederrheinische Tiefebene über, im Wesentlichen markiert durch das Ausstreichen der Lössschichten, die – angeweht vom Wind in den eiszeitlichen Kältesteppen – die Niederrheinische Bucht in Mächtigkeiten bis zu 20 m überdecken. In dieser Senkungszone befand sich im Tertiär ein ausgedehnter Küstensumpf, bedeckt von tropischer Vegetation. Und so wie das Land über Millionen von Jahren langsam absank, bildete sich an seiner Oberfläche eine immer mächtiger werdende Torfschicht. Durch weiteres Absinken ertrank dieses Moor erst im Meer und wurde dann während der Eiszeiten von den Urströmen mit mächtigen Schichten aus Kies, den Terrassenschottern, überdeckt. So entstand aus diesem Torf die Braunkohle, die heute in drei Großtagebauen von der RWE Power AG abgebaut wird. Es ist die größte Lagerstätte ihrer Art und die Vorräte würden bei gleich bleibender Nutzung noch für 300 Jahre ausreichen. Diese Braunkohle wird an vier Standorten in Großkraftwerken verstromt und trägt mit 15% zur öffentlichen Stromversorgung in der Bundesrepublik bei. Die Braunkohlegewinnung in großen Tagebauen prägt heute die Region ganz entscheidend. Doch Menschen besiedeln und nutzen diese Landschaft schon viel länger. Zuerst die Neandertaler, die schon während der Eiszeiten hier lebten und für die Feuerstein der erste bedeutende Bodenschatz war, den sie nachweislich in der Niederrheinischen Bucht gewannen und verarbeiteten.

Keywords

rekultivierungoberflächeRWEbraunkohle