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Wiedernutzbarmachung und Biomanagement im Lausitzer Braunkohlerevier als Ausgleich für den Eingriff in Natur und Landschaft

Neumann, Thomas; Reissmann, Reinhard; Kendzia, Gerald

Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien, Veröffentlichungen Heft 26 (2008), p. 55 - 62

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published: Dec 2, 2008

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Kurzfassung

Landschaften und Ökosysteme sind nie statisch, sie unterliegen natürlichen und vom Menschen verursachten Veränderungen. Entschließt man sich zur Gewinnung der Rohstoffe, z. B. im flächenintensiven Tagebaubetrieb, bedeutet das einen tiefgreifenden Einschnitt in die bestehenden natur-, wirtschafts-, sozialräumlichen sowie kulturellen Beziehungen der betroffenen Region. (rAuhut & dreBenstedt 1997). Grundlagen des bergbaulichen Handelns sind insbesondere die landesplanerischen, berg-, wasser - und naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen. Mit dem Gesetz zur Regionalplanung und zur Braunkohlen- und Sanierungsplanung ist festgeschrieben, dass die bergbaubedingten Eingriffe und derenAuswirkungen auf Natur und Landschaft im Zuge der Wiedernutzbarmachung auszugleichen sind und bei der Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft sowohl landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und kommunale Nutzungsinteressen als auch die Belange des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Erholung zu berücksichtigen sind. Zur Umsetzung der Belange des Naturschutzes entwickelte der Bergbautreibende Vattenfall Europe Mining AG das „Biomanagement“. Es beinhaltet sowohl beobachtende (Biomonitoring) als auch aktive Handlungsaspekte (Arten- und Lebensraummanagement). Das Arten- und Lebensraummanagement umfasst u. a. die Sicherung biotischer Zentren im Umfeld des Abbaugebietes (Rückzugsgebiete während der bergbaulichen Beanspruchung der Landschaft, Zentren zur Wiederbesiedlung der Bergbaufolgelandschaft), die Sicherung und Erhaltung von Besiedlungskorridoren, die Generhaltung und Besiedlungsförderung, die Umsetzung von Arten und die Neubegründung von Vorkommen sowie den gezielten Aufbau spezieller Lebensräume in der Bergbaufolgelandschaft. Biomonitoring wird als präventives Monitoring (Veränderungsbeobachtung im Umfeld) und Erfolgsmonitoring (Entwicklungsbeobachtung in der Bergbaufolgelandschaft) eingesetzt.

Keywords

renaturierungmonitoringnaturschutzregionalplanungartenmanagementlebensraummanagment