Foreword

Geoforum 2015 - „Potentiale und Kompetenzen Deutschlands, speziell Niedersachsens, für die Rohstoffversorgung“

Wellmer, Friedrich-W.

Kurzfassung

Wir in Deutschland sind alle froh und stolz, dass wir im Gegensatz zu unseren Nachbarn schnell aus der Wirtschaftskrise von 2009 herausgekommen sind. Viele Faktoren haben mitgespielt. Ein ganz entscheidender war unsere gute Industriestruktur. Deutschland besitzt immer noch einen hohen Anteil an industrieller Wertschöpfung im eigenen Land. Im Jahr 2012 hatte Deutschland innerhalb der EU-28 am Bruttoinlandsprodukt mit 25,8 Prozent den zweithöchsten Anteil an industrieller Wertschöpfung (produzierendes Gewerbe, ohne Baugewerbe). Deutschland steht nach China und den USA auf dem dritten Platz der Exportnationen, wobei die deutsche Stärke die Hightech-Produkte sind, die ein immer größeres Spektrum an Rohstoffen erfordern. Da jede Wertschöpfung industrielle Rohstoffe benötigt, gehört Deutschland zu den großen Rohstoffverbrauchern. Bei Aluminium und Kupfer lag Deutschland im Jahr 2013 auf Platz drei der Welt, bei Nickel und Zinn auf Platz vier, bei Blei auf Platz fünf, bei Zink auf Platz sechs und bei Stahl auf Platz sieben. Unsere Rohstoffeinfuhrstatistik über mehrere Jahre betrachtet zeigt, dass wir Kunde quasi der gesamten Welt sind. Im Jahre 2013 bezogen wir beispielsweise den Aluminiumvorstoff Bauxit aus Guinea, das Zwischenprodukt Tonerde u.a. aus Irland, das Aluminiummetall aus Island, Kupferkonzentrate aus Brasilien, Peru, Chile und Argentinien, Kupfermetall u. a. aus Polen und Finnland, oder Chromerze aus Südafrika und der Türkei.

Keywords

WirtschaftskriseIndustriestrukturExportRohstoffDeutschland