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Schiefergasgewinnung durch Fracking – Plädoyer für eine ehrliche Debatte

Kümpel, Hans-Joachim

Kurzfassung

Aus dem Grundwasser emporsteigendes Methan; Bohrplätze im 500 Meter Abstand in Waldgebieten; Lastwagenkolonnen in ländlichen Kleinstädten im Stundenrhythmus; Wasserknappheit durch Großverbraucher aus der Bohrindustrie; von brennenden Gasfackeln erleuchtete Nachthimmel. Dies sind nur einige der Horrorszenarien, die der Fracking-Technologie in Deutschland, wenn ihr Einsatz denn künftig zugelassen wird, zugeschrieben werden und ihr das Attribut ‚umstritten‘ angeheftet haben. Nicht wenige Menschen glauben solchen Darstellungen oder sind zumindest verunsichert. Wer will es ihnen verdenken, wenn Medien alarmierende Berichte wirksamer verbreiten als nüchterne Sachinformationen. Schließlich ist unser Nachrichtenkonsumverhalten dadurch gekennzeichnet, dass wir aus der Fülle des Informationsangebotes das Aufregende und Kontroverse herausfiltern. Im Falle des Fracking macht jedoch auch nachdenklich, wie viele Handelnde von Bürgerinitiativen, NGOs, Medien bis zu Entscheidungsträgern innerhalb weniger Jahre in Sachdebatten um das Fracking zu ‚Experten‘ geworden sind, ohne selbst elementare Grundkenntnisse in Hydrogeologie und Gesteinsphysik zu haben.

Keywords

MethanGrundwasserFrackingHydrogeologieGesteinsphysik