Original paper

Survival and Mortality Factors in two Central European Populations of Euura amerinae Stem gallers (Hymenoptera: Tenthredinidae: Nematinae)

Kopelke, Jens-Peter; Heitland, Werner; Altenhofer, Ewald

Entomologia Generalis Volume 34 Number 1-2 (2012), p. 33 - 60

130 references

published: Nov 29, 2012

DOI: 10.1127/entom.gen/34/2012/33

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Abstract

KOPELKE J-P [Senckenberg Ges Naturforsch, D-60325 Frankfurt a M], HEITLAND W [Lehrst Terr Öko.

Kurzfassung

TU Muenchen, D-85354 Freising] & ALTENHOFER E [A-3920 Groß-Gerungs]: Überlebens- und Mortilitätsfaktoren in zwei mitteleuropäischen Populationen des Sproßgallenerzeugers Euura amerinae [Hymenoptera: Tenthredinidae: Nematinae]. – Entomol Gener 34 (1/2): 033–060; Stuttgart 2012-09. – – – [Bericht/Abhandlung] An zwei Lokalitäten in Österreich (Niederösterreich) wurden in den Jahren 2002 bis 2008 zwei Populationen des Gallenerzeugers Euura amerinae untersucht. E amerinae erzeugt walnußartige, holzige Gallen an den Zweigen ihrer Wirtspflanzen Salix pentandra. Die Gallen enthielten bis zu fünf amerinae-Larven, die von insgesamt 16Arten eines Feindkomplexes aus Inquilinen- und Parasitoiden befallen wurden. Um die Zusammensetzung des Feindartenkomplexes zu ermitteln, aber auch zur Feststellung der Überlebens- und Mortalitäts-Raten des Gallenerzeugers wurden insgesamt 1. 867 Gallen gesammelt und im Labor gezüchtet. Nach Beendigung der Schlüpfphase der Bewohner wurden alle Gallen seziert, um mögliche Ursachen der auftretenden Mortalität zu ermitteln. Gallenbildungen von E amerinae können das Wachstum ihrer Wirtspflanzen S pentandra beeinträchtigen und Ursache einer zunehmenden Schädigung sein. Die Auswirkungen solcher Gallenbildungen wurden an 249 Zweigen von fünf verschiedenen Wirtspflanzen ermittelt. Der Prozentanteil völlig intakter Zweige pro Pflanze war bei allen überprüften Individuen sehr niedrig und erreichte höchstens 5, 48 % (Mittelwert 2, 33 ± 2, 75 %). Im Gegensatz dazu erreichte der Prozentanteil vollkommen abgestorbener Zweige je Pflanze sehr hohe Werte bis zu 91, 3 % (Mittelwert 70, 3 ± 16, 5 %). Insgesamt 26. 517 Individuen der Artengemeinschaft in amerinae-Gallen wurden identifiziert, die sich auf zwei Inquilinen- (Coleoptera: Curculionidae: 1 spp, Hymenoptera: Eurytomidae: 1 sp) und 14 Parasitoiden-Arten (Braconidae: 3 spp, Ichneumonidae: 5 spp, Chalcidoidea: 6 spp) verteilen. Der Parasitoidenkomplex wurde deutlich von ektoparasitischen Idiobionten (10 spp) dominiert, endoparasitische Koinobionten waren weniger vertreten (4 spp). Die meisten Parasitoide (11 spp) befielen das Ei oder erste Larvenstadien ihrer Wirte solange das Gallenwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Nur drei Arten des Feindkomplexes von E amerinae traten häufiger auf (Eurytoma salicis, Pteromalus cyniphidis, Scambus vesicarius), die Mehrzahl der Arten befielen die Gallen nur sporadisch. Die Inquiline E salicis dominierte die Artengemeinschaft deutlich. Sie wurde in bis zu 99, 6 % der Gallen je Probe gefunden und erreichte eine maximale Anzahl von 114 Individuen je Galle. Die Gallen von E amerinae variierten deutlich in Größe und Form. Die Überprüfung des Zusammenhanges von mittlerem Gallenvolumen je Volumen-Kategorie (N = 10) und der mittleren Individuenzahlen der Artengemeinschaft ergab hohe positive Korrelationen für den Gallenerzeuger E amerinae (r = 0, 900, P < 0, 01) und den Inquilinen E salicis (r = 0, 945, P < 0, 01). Mit Zunahme der Gallengröße nahmen somit die Individuenzahlen beider Arten zu. Die Entwicklung der Gallenbewohner wurde durch Pflanzen-Effekte und Parasitoide beeinträchtigt. Das wuchernde Gallenwachstum führte beim Gallenerzeuger E amerinae nur zu geringen Einbußen, während Parasitoide gemeinsam mit der Inquiline E salicis eine Mortalität von maximal 80, 3 % pro Probe verursachten. Bei E salicis wurde dagegen eine deutlich höhere, allein durch Pflanzen-Effekte verursachte Mortalität von maximal 92, 0 % pro Probe festgestellt, der Parasitoiden-Einfluß war deutlich geringer.