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Windkanter im Rotliegenden von Baden-Baden.

Salomon, Wihelm

Kurzfassung

Nachdem bereits von anderen Punkten Deutschlands Windkanter aus dem Rotliegenden beschrieben sind, ist es von einem gewissen Interesse, ihre Verbreitung zu verfolgen. Im Schwarzwald hatte sie Martin Schmidt in dem Bericht über die Konstanzer Versammlung unseres Vereines von Schramberg beschrieben, und wir hatten auf der diesjährigen Versammlung unter Sauers und Bräuhäusers Führung Gelegenheit, vorzügliche Stücke an Ort und Stelle zu sammeln. Ich benutzte daher einen kurzen Aufenthalt in Baden-Baden, um auch das dortige so mächtige Rotliegende auf das Vorkommen von Windkantern zu prüfen. Obwohl ich nur sehr kurze Zeit darauf verwenden konnte, fand ich an zwei Stellen je ein mir typisch erscheinendes Quarzgeschiebe, während die von mir untersuchten Trümmer von Porphyr und Gesteinen des Grundgebirges keine Einwirkung des Windes nachzuweisen gestatteten. Das erste Stück stammt aus den lockeren Trümmer-Arkosen, die zur Zeit durch Neuanlage eines Weges unmittelbar talabwärts vom Cafe Sorrento am Berggehänge vorzüglich entblößt sind. Die flache Unterseite ist zwar glatt, aber etwas inkrustiert und auch an den krustenfreien Stellen ohne deutliche Politur. Die Oberseite zeigt dagegen noch sehr deutlich die charakteristische Politur der Windkanter und drei unter ziemlich gleichem Winkel aneinanderstoßende Kanten, von denen zwei die typische unvollständige Rundung der Windkanten aufweisen. Das zweite Stück sammelte ich ebenfalls in lockeren Trümmerarkosen an dem Fußwege, der von dem Falkenhaldenwege durch den Wald zu den höheren Hängen des Merkur hinaufführt. Es hat gleichfalls nur auf der einen Seite deutliche Windpolitur; ob sie auf den anderen Seiten ursprünglich vorhanden war und später zerstört worden ist, oder von vornherein fehlte, das wage ich nicht zu entscheiden. Auch bei diesem Stück ist eine deutliche Windkante entwickelt.

Keywords

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