Original paper

Zur Deutung zweier Problematika des Buntsandsteins.

Schmidt, Martin

Kurzfassung

Auf der 39. Versammlung des Vereines zu Wörth a. S. zeigte L. van Werveke aus Vogesensandstein von St. Gangolph bei Mettlach mehrere große Platten mit ausgezeichnet schönen Trocknungserscheinungen dünner Tonhäute, die in dem damaligen Jahresbericht abgebildet und besprochen sind. Die interessanten Bildungen veranlaßten eine lebhafte Aussprache. Allgemein wurde zugegeben, daß es sich um dünne, aus Wasser abgesetzte Tonschlammüberzüge handle, die beim Eintrocknen von Rissen durchzogen und tütenförmig aufgerollt waren. Darüber nur gingen die Meinungen auseinander, ob die Einbettung in Sand, in dem sich die Tüten erhalten finden, auf nassem oder trocknem Wege stattfand. Erstere Erklärung erscheint nicht ausgeschlossen mit Rücksicht auf eine anhangsweise mitgeteilte Beobachtung von W. Spitz, daß aufgekrümmte Tonscherben in Regenwasser sich längere Zeit, vielleicht Tage lang, gehalten hatten, ohne zusammenzufallen. Die zweite Meinung wurde vor allem durch J. Pompeckj vertreten und in einer Nachschrift durch die Beobachtung gestützt, daß dünne gerollte Tonhäute (1 mm), die er fand, beim Eintauchen in Wasser viel zu schnell zusammenfielen, um Gebilde, wie die vorgelegten, zu ermöglichen. Ich habe nun Gelegenheit gehabt, buchstäblich die gleichen Gebilde, wie die damals vorgelegten, von etwa denselben Größenverhältnissen frisch entstanden zu beobachten.

Keywords

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