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Zur Tektonik der Schwäbischen Alb. Eine Erwiderung an Herrn E. Fraas.

Regelmann, C.

Kurzfassung

Unter dem Titel: "Donaubruchlinie und Vorries" hat E. Fraas einige Zweifel geäußert über die Beweiskraft der Ergebnisse meiner tektonischen Studien im Donautal. Da ich durch Unwohlsein gehindert, die Dürkheimer Versammlung nicht besuchen konnte, so mögen hier einige Worte ihre Stelle finden. Für das Vorhandensein der von mir bestrittenen großen Donaubruchlinie am Südostrande der Schwäbischen Alb wird beharrlich das Bohrloch Ochsenhausen angeführt, weil dieses bei 738 m Teufe den Jura nicht erreicht habe. Ich habe dargetan, daß für die schräg gestellte Juraplatte nur ein Gefälle von 1:40 gegen SO nötig ist, um dieselbe so tief in das Molassebecken zu senken, daß sie (in 29 km Entfernung vom Albrande) in Ochsenhausen vom Bohrer nicht erreicht werden konnte, auch wenn keinerlei Verwerfung vorliegt. Es ist aber durchaus unzulässig - wie E. Fraas das tun möchte - mit einem Gefälle 1:86 zu rechnen. Dieses Gefälle gilt nur für die Ulmer Albhochfläche; nicht aber in der Südostzone der Alb, in der Nähe des Donautalrandes. Hier zeigt sich überall eine starke Zunahme des Schichtenfalles. Auch in der Nähe von Ulm hat sich diese Eigenart des Albquerschnittes dadurch zu erkennen gegeben, daß die mathematische Berührungsebene an die Ulmer Juraplatte bei 14 gemeinschaftlichen Punkten 12 Stellen zeigt, welche nur +- 5 m (im Mittel) von der schrägen Idealebene abweichen, daß aber der Einfluß des Blaukanals in die Donau 30 m zu tief erscheint. Das von mir der Rechnung zu Grunde gelegte Gefälle der Albtafel ist also gegen Südosten hin berechtigt. Es kann daher das Ochsenhauser Bohrloch wohl nicht mehr als ein Beweis für den Donauabbruch ins Feld geführt werden.

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