Original paper

Über Vertretung von Zechstein bei Schramberg.

Meyer, Hermann

Kurzfassung

Die Grenze Perm-Trias zeichnet sich bei Schramberg und Umgebung durch eine Eigenart aus, die zwar auch im übrigen Schwarzwald zum Teil vorhanden ist, sich aber hier doch besonders scharf ausprägt: das Fehlen des normalen Zechsteines und den lückenlosen Übergang des Oberrotliegenden in den Buntsandstein. Zwei Erscheinungen sind dies, die sich eigentlich ausschließen, da das fehlen des Zechsteins eine Diskordanz bedeutet, die zum mindesten eine scharfe Grenze von Perm und Trias hervorrufen müßte, aber nicht Profile, wie ich sie z. B. in der Gegend von Alpirsbach unter der freundlichen Führung von Herrn Bräuhäuser sehen konnte, wo über größere Mächtigkeiten eine Entscheidung über die Zuteilung nicht möglich ist, wo die Stufe der Karneoldolomite des Oberrotliegenden über das tiefere Oberrotliegende häufig hinübergreift und sich dem Buntsandstein stets anschließt. Zwei Möglichkeiten gibt es, die diese eigenartigen Verhältnisse erklären. Einerseits kann der Zechstein wirklich fehlen und der gleichmäßige Anschluß wäre dadurch zu erläutern, daß durch Aufarbeitung von Rotliegendem und die Fortdauer ähnlicher Sedimentationsbedingungen der Buntsandstein sich ähnlich und nicht abtrennbar ausgebildet hätte. Andererseits kann vielleicht Zechstein vorhanden sein, nur in etwas anderer Form, als wir es gewöhnt sind. Wenn man die Stratigraphie des übrigen Schwarzwaldes berücksichtigt, lassen sich für den ersten Fall verschiedene Argumente beibringen, die nicht leicht zu widerlegen sind; die vorhandenen Diskordanzen lassen eine derartige Deutung zu. Aber auch der zweite Fall läßt sich belegen. In den Erläuterungen zu Blatt Schramberg wies Bräuhäuser darauf hin, daß vielleicht in der Region der Karneoldolomite Zechstein vertreten sein könnte, später aber kam er davon zurück und gab ausdrücklich an, daß diese Gesteine vollkommen gleichartig sind den Dolomiten, die in der Heidelberger Gegend wie im Odenwalde den Zechstein unterlagern und sich von diesem deutlich unterscheiden. Damit ist uns zugleich der Weg gewiesen, den eine genaue Untersuchung der Frage gehen muß, nämlich eine Verfolgung der Dolomitbänder des Oberrotliegenden von der Wetterau aus, wo sie von normalem Zechstein überlagert sind, bis in den Schwarzwald hinein. Da in dieser Hinsicht bisher nur Vorarbeiten vorliegen, läßt sich so die Frage noch nicht lösen.

Keywords

zechsteinschrambergpermtriasschwarzwaldoberrotliegendgermany