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Pflanzenführendes Carbon, Triadischer (?) Quarzporphyr am Fluchthorn und eine obere Glimmerschieferdecke bei Gaschurn im Montavon

Freudenberg, W.

Kurzfassung

Durch die Forschungen Paulckes im Unterengadiner "Fenster" und die Kartierungen von W. v. Seidlitz im Rhäticon ist festgestellt worden, daß die Gneismasse der Silvretta wenigstens in ihren Randgebieten auf jüngerem Flötzgebirge, vorwiegend Bündner Schiefern wurzellos aufliegt. Woher kamen nun die ostalpinen Silvrettagneise? Da hilft uns vielleicht die folgende Beobachtung. In den hornblendereichen Paragneisen des Fluchthornes, die wurzellos auf jungen Schiefern schwimmen, sind von mir im Sommer 1921, in Schottern des Jamtals bei der Trisanna-Brücke von Galtür im Paznaun dichte, ganz frische Quarzporphyradern in Blöcken besagten Gneises gefunden worden, die allem Anscheine nach übereinstimmen mit den Quarzporphyrgängen, die Paulcke nach privater Mitteilung am Fluchthorn beobachtet hat. Die Salbänder der Quarzporphyradern haben eine für alpine Gesteine ganz ungewöhnlich dichte, wohl ehedem glasige Ausbildung, die wohl einen Deckenschub im großen, niemals aber eine Faltung durchgemacht haben können. Nun sind von Tarnuzzer bei Schuls-Tarasp als Lagergänge in den Triasdolomiten des Skarltales am Piz Sterlex triadische Quarzporphyre gefunden worden, die sehr wohl trotz des Zustands der gepreßten Erhaltung die Erguß- oder Intrusivfazies jener Fluchthornquarzporphyre sein können. Die letzteren wären der abgescherten Deckenregion angehörige, weit nach Süden verfrachtete Teile desselben Porphyrs. Ein sehr unerwarteter Fund sind undeutliche, aber allem Anscheine nach zu carbonischen Calamarien gehörige Pflanzenreste in grauwackeähnlichen Quarziten und glimmerschieferähnlichem Phyllit, im westlichen Teil der Fervallgruppe, wie das Gebiet zwischen Montavon-Paznaun einerseits und Kloster- bzw. Stanzertal andererseits genannt werden muß.

Keywords

carbonquarzporphyrgaschurnösterreichcalamarienphyllit