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Die Beziehungen zwischen miozänen Sedimenten und den darin liegenden Landsäugern

Klähn, Hans

Kurzfassung

Leitfossilien d. h. Tierreste, welche für die Altersbestimmung von Schichten bedeutungsvoll sind, können nur dann als solche gelten, wenn sie auf autochthoner Lagerstätte liegen. Bei den Invertebraten hat man schon lange sein Augenmerk darauf gerichtet, ob sie autochthon oder allochthon sind. Dasselbe gilt für die Pflanzen. Selbst bei den Vertebraten ist, wenn auch seltener, die Frage aufgeworfen worden, ob sie synchron mit den betreffenden Schichten sind oder nicht. So rechnet z. B. Schlosser (Beiträge z. Kenntn. d. Säugetierreste aus d. süddeutschen Bohnerzen; geologische und pat. Abh. N. F. Band 5, Heft 3, 1902) mit der Möglichkeit, daß einzelne Säuger der unterpliozänen Ablagerungen Rheinhessens aus älteren Schichten eingeschwemmt sein könnten. Für die dort vorkommenden Anthracotherien hat Haupt gezeigt, daß sie mit zahlreichen mitteloligozänen Schalenresten in unterpliozäne Sedimente eingespült wurden. Für verschiedene rheinhessische Säugerreste konnte ich die obermiozäne Herkunft nachweisen. Man könnte in dem Fall Rheinhessen bezüglich der Säuger von obermiozänen und unterpliozänem Gepräge an eine Mischfauna denken, d.h. daß alle in Frage kommenden Tiere zusammen gelebt hätten; doch scheidet diese Möglichkeit nach meinen Untersuchungen ganz aus.

Keywords

miozänsedimentleitfossilieninvertebratenanthracotherienautochthonallochthonrheinhessen