Field trip guide

Geologische Ausflüge in die Umgebung von Bayreuth und Berneck

Frosch, ; Reis, ; Reuter, ; Wurm,

Kurzfassung

I. Den besten Überblick über das Bayreuther Gebiet gewährt der Siegesturm auf der im Norden bis nahe an die Stadt vorspringenden, die Stadt um 135 m überragenden Hohen Warte (465 m). Der Weg führt von der Stadt über Burgsandstein, dessen oberste Stufe, weitaus zum größten Teile aus Sandstein bestehend, eine deutliche, die erste Steilterrasse bildet. Auf ihr steht das Festspielhaus. Zahlreiche Aufschlüsse, z. B. bei der alten Schäfferleinschen Ziegelei, bei Wendelhöfen, Unterkonnersreuth gewähren uns einen Einblick in den Schichtenbau; die tieferen Lagen werden bei Neubauten, bei Wasserleitungsarbeiten in der Stadt immer wieder aufgeschlossen. II.Die tiefsten Ablagerungen des Bindlacher Bergs sind bis Bindlach selbst durch das Diluvium verdeckt, das auf der Westseite des Berges sich unterhalb der neuen Straße nach Benk-Neudorf ausbreitet; erst weiter nördlich bei Ramsental hat man einen tieferen Einschnitt in den Oberen Hauptbuntsandstein bis zur oberen Buntsandsteingrenze, schätzungsweise ungefähr 100 m, mehr oder weniger gut aufgeschlossen. Schlecht erkennbar sind zuerst beim Beginn des Waldes unten grobkörnige Sandsteine mit Schiefertonen 12 m, felsiger Sandstein 0,5, grüne und rötliche sandige Lettenschiefer 3 m, z. T. sehr grobkörnige halbfelsige Bänke von Feldspatsandstein 8 m, tonig sandige Zwischenlage 1 m, Felsbänke wie oben 2 m, tonig sandige Schieferzwischenlage 1 m, Felsbank 1 m, mürbe und tonige Sandsteine 2 m, dickbankige grobkörnige Sandsteinbank 1 m. III. Einer der lohnendsten geologischen Ausflüge ist der in das Tal des Roten Maines bei der Bodenmühle (4 km), da hier die Stufen des unteren und mittleren bunten Keupers in prächtiger Weise entwickelt und aufgeschlossen sind. Eine nordsüdlich streichende Verwerfung, die Bodenmühl- oder Creußener-Spalte, in der Nähe der Eremitage als Fortsetzung der Kulmbacher Spalte beginnend, setzt ungefähr 15 km lang bis Funkendorf, südöstlich von Creußen fort, eine Bruchlinie, die in der Landschaft scharf ausgeprägt erscheint. Der westliche Flügel wurde in einem bedeutenden Betrage aufgepreßt, so daß Buntsandstein neben Burgsandstein zu liegen kommt und im Verein mit Muschelkalk, Lettenkohle und unterem Gipskeuper in einem langen Bergrücken die Keuperebene im Osten überragt. IV. Die tiefsten Schichten in dem umgrenzten Gebiete sind die des 0beren Buntsandsteins zwischen Friedrichstal und Rodersberg; bei Friedrichstal selbst stehen rotbraune grobkörnige Arkosen auf der rechten Talseite an; gegenüber, jenseits des Bachs sind gleichartige Gesteine mit roter Färbung zu beobachten; an einem Aufbruch finden sich von oben nach unten 1 m Arkose, fleischrötlich mit frischen roten Feldspäten und bis etwa mandelgroßen Quarzen in 4 m weißlich-rötliche, stark mit Manganflecken getigerte Sandsteine übergehend; 60 cm unter der oberen Grenze steht eine tonige feinsandige grau und rötlich gefleckte Einschaltung mit großen gelblichen Dolomitknauern an, darunter fleischrote Sandsteine mit grobkörnigen Zügen 1 m. V.Böden aus der Umgebung von Bayreuth. VI. Die geologische Karte der Umgebung von Bayreuth zeigt drei wesentlich verschiedene Gebiet, zunächst im Westen den Frankenjura mit dem Jura-Vorland und im Nordosten das Fichtelgebirge. Während wir nun im Westen ein ausgesprochenes Tafelgebirge mit seinen schönen, leicht erkennbaren Schichtstufen haben, ist die breite Fläche zwischen dem Jura-Gebiet und dem Fichtelgebirge ein Bruchgebiet, durchzogen von einer Anzahl von Verwerfungen, die das Gebiet in SO-NW-Richtung durchziehen. VII. Von der Station Neustadt a. C. überquere man die Bahn auf der Straße nach dem Ort Neustadt a. C. In der Böschung des Bahneinschnittes stehen grobe Quarzsandsteine und karbonatisch gebundene Sandsteine des Burgsandsteinhorizontes an. Die Straße tritt ansteigend an einen Waldkomplex heran mit kleinem Anbruch in Burgsandstein. Weiter oberhalb im Wald etwas abseits von der Straße liegt eine alte Sandgrube und unten über den Weg zieht eine Hornsteinbank durch den Sandstein. VIII. Die Exkursion soll hauptsächlich mit den jüngeren Bildungen am Gebirgsrand und der alten Schieferummantelung der Fichtelgebirgsgranite bekannt machen. IX. Vom Bahnhof Berneck wende man sich nach dem Steinbruch des Schotterwerkes Neupert an der Zotaschen. Der Rand des alten Gebirges bei Berneck wird von einem Zug von Augengneisen, Hornblende- und Glimmergneisen gebildet. Er quert das Maintal und setzt sich in SO-Richtung über, den Geseeser und Leisauer Berg in breiterer Entwicklung bis gegen Goldkronach fort. X. Von der Bahnstation Falls, wo man bei gutem Wetter einen ausgezeichneten Überblick über den NW-Abfall des Fichtelgebirges hat, nehme man den (weiß markierten) Weg nach dem Weißenstein. Der Anstieg führt zunächst hauptsächlich durch Glimmergneis. Man quert eine weit vorspringende Waldparzelle und erreicht eine Art Verebnung. Hier wende man sich links etwa 500 m in den Wald hinein zum Steinhügel. Der Gipfel des Steinhügels (vor kurzem gerodet) ist durch starke Blocküberstreuung, die stellenweise in eine Art Felsenmeer übergeht, gut gekennzeichnet.

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