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Eine neue fossile Therme im Rhätsandstein der „Ulrichshöhle“ bei Hardt O. A. Nürtingen

Berckhemer, F.

Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 12 (1923), p. 164 - 165

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published: Jan 1, 1923

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Kurzfassung

Das hier zu besprechende Aragonitvorkommen liegt 300 m von der Verwerfung, die nördlich von Grötzingen gegen Hardt zieht; es ist 11 km von Neuffen (geotherm. Tiefenstufe 11,1) und 7,5 km von Grafenberg (g. T. 11,4) entfernt, also wohl noch im Wirkungsbereich des Magmaherdes, aus dem die Uracher Vulkanembryonen einst hervorgingen. Bereits vor mehreren Jahren hat der im Weltkrieg gefallene A. Finckh eine Probe von "Aragonit im Psilonotenkalk von der Ulrichshöhle bei Hardt " der Stuttgarter Naturaliensammlung übergeben. Herr Kaufmann Bächtle in Owen, den ich gebeten hatte bei Gelegenheit nach diesem Vorkommen zu sehen, teilte mir nun kürzlich mit, daß im Rhätsandsteinbruch bei der "Ulrichshöhle" schöner Aragonit anstehe. Bei einem Besuch des Steinbruches Ende August fand ich die N650 streichende hintere Wand desselben auf eine Erstreckung von 7 m stellenweise mit ausgedehnten Krusten von Aragonit und Calcit bedeckt. Das als Aragonit angesprochene Mineral ist wie der Aragonit von Böttingen blütenweiß, seidenglänzend, radialstrahlig, zuweilen erkennt man auch zonaren Bau; auf die Probe mit Kobaltlösung verhält es sich wie Aragonit. Das spez. Gewicht beträgt 2,85. Die Oberfläche der Krusten gleicht frisch gefallenem Schnee; sie ist unregelmäßig, mit zapfenförmigen und knotigen Erhebungen, manchmal auch nierenförmig.

Keywords

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