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Die Ceratiten des Bayreuther Muschelkalkes

Frosch, H.

Kurzfassung

Wer heute einen Blick in eine Sammlung von Ceratiten aus dem oberen deutschen Muschelkalk wirft, muß sich wundern, daß der Formenreichtum dieser Ammonitengruppe so lange Zeit unbeachtet bleiben konnte. Schon Leopold von Buch empfand diesen Mangel und betonte in seiner 1849 veröffentlichten Arbeit: "Über Ceratiten" die Notwendigkeit einer genauen Beschreibung und Bestimmung der einzelnen Formen. Ein halbes Jahrhundert sollte noch vergehen, bis endlich Buchs Wunsch Erfüllung fand. Während dieser langen Zeit begnügte man sich damit, jeden Ceratiten der unteren Nodosusschichten als C. nodosus zu bezeichnen. Doch sah sich Quenstedt veranlaßt, die glatten Formen dieser Stufe als C. enodis auszuscheiden, während Sandberger eine neue Art, C. compressus, feststellte. Im Jahre 1901 endlich erschien Philippis grundlegendes Werk: "Die Ceratiten des oberen deutschen Muschelkalkes," das sehr reiches Material brachte und mehr als ein Dutzend neue Arten treffend charakterisierte und abbildete. Philippi gebührt das Verdienst, das Interesse für die merkwürdige Ceratiten-Familie geweckt und den Sammeleifer mächtig angespornt zu haben. Adolf Riedel, der sich die Ceratiten zum Thema seiner Dissertation gewählt hatte, fand daher ein viel reicheres und systematischer gesammeltes Material vor und war so imstande, Philippis Werk in wertvoller Weise zu ergänzen; darum bedeutet seine Arbeit einen bedeutenden Fortschritt. Eine ganze Anzahl neuer Arten wird ausgeschieden und die stratigraphische Bedeutung der einzelnen Formen stärker hervorgehoben.

Keywords

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