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Ein Labyrinthodontenrest aus dem Hauptkonglomerat von Heidelberg

Körner, Karl

Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 23 (1934), p. 78 - 80

6 references

published: Mar 1, 1934

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ArtNo. ESP151002300002, Price: 6.20 €

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Kurzfassung

Das meiner Arbeit zugrundeliegende Fundstück wird zum erstenmal erwähnt von Andreae & Osann (1893). Sie schreiben dort folgendes: "Aus dieser Abteilung des Hauptbuntsandsteins (oberer) oder aus dem oberen Geröllniveau dürfte, sowohl dem Fundorte als der groben Gesteinsbeschaffenheit nach, ein Stück der Heidelberger Sammlung stammen, welches die Panzerplatte eines Labyrinthodonten enthält, und das von Professor M. Neumayr etwas östlich vom Gaisberg gesammelt wurde." Tatsächlich spricht die petrographische Beschaffenheit eindeutig für die Zugehörigkeit zum oberen Geröllhorizont (etwas löcherig, stark verkieselt in der Ausbildung als Kristallsandstein). Die Platte selbst stellt nun allerdings keine Knochenplatte dar, sondern ist nur der Abdruck einer solchen. Bei einer größten Länge von rund 6 cm und einer größten Breite von rund 4,5 cm zeigt sie die für die Labyrinthodonten so außerordentlich charakteristische Skulptur. Die Rillen und Rippen, die von dem leider weggebrochenen Ossifikationszentrum ausstrahlen, sind noch sehr scharf ausgeprägt und setzen ziemlich gleichmäßig bis zum Rande durch, unter ab und zu auftretender dichotomer Verzweigung. Eine leichte Biegung der Rippen läßt sich gegen den Rand hin deutlich feststellen; ferner fällt auch eine geringe Einwölbung der Platte selbst am rechten oberen Teile auf. Aus dem Bruchstück allein das vollständige Aussehen zu rekonstruieren, muß ich mir versagen. Doch möchte ich es als eine der seitlichen Kehlbrustplatten (claviculae) ansehen. Viel einschlägiges Vergleichsmaterial steht mir leider nicht zur Verfügung. Ich habe mir daher auch die Frage vorgelegt, ob die Platte ihrer Form nach nicht etwa einen Deckknochen des Schädels, vielleicht Supratemporale oder Squamosum, darstellen könnte: Denn die Skulptur der Kehlbrustplatten soll sich nach dem Rande zu verringern oder gar verschwinden, wahrend sie bei den Deckknochen des Schädels, die mit ihren Nachbarn durch Nähte fest verwachsen sind, gleich bleibt.

Keywords

labyrinthodontenkonglomeratheidelberggermanyclavicula