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Geologie der Albhochfläche

Roll, Artur

Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 23 (1934), p. 145 - 162

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published: Mar 1, 1934

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ArtNo. ESP151002300007, Price: 6.20 €

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Kurzfassung

Das Auftreten einer zoogenen Fazies, nämlich von Schwammbauten, neben der normalen, geschichteten Facies ist das Hauptcharakteristikum des Malm, aus dem die Alb sich aufbaut. Im unteren Malm nur lokal ausgebildet, nimmt die Verschwammung immer mehr zu, um im oberen beherrschend zu werden. (Riffbildende Korallen gibt es nur im oberen Malm und auch da nur lokal.) Für das Verständnis der Stratigraphie des oberen Malm ist daher die Kenntnis dieser Schwammbauten unbedingt erforderlich; und da die Schwammriffe von den anderen Riffen in den wesentlichsten Punkten abweichen, müssen diese Unterschiede bei ihrer Besprechung klar herausgestellt werden. Rezente Korallenriffe z. B. können in ihrer äußeren Gestalt je nach Formgebung und tektonischer Bewegung des Untergrunds sehr stark schwanken, alle Schwammriffe dagegen sind nach einem einheitlichen und einfachen Plan gebaut. Dieser Gegensatz läßt sich aus den Eigenschaften der Erbauer heraus verständlich machen. Riffkorallen und ihre Begleiter, die Kalkalgen, können große, knollige oder verästelte Stöcke mit dickem, stabilem Kalkaußenskelett bilden; die jurassischen Schwämme waren überwiegend Einzeltiere von Becher- oder Tellerform, und meist verhältnismäßig zarter Struktur, ausgerüstet mit einem nur mäßig festen, stark porösen Kieselinnenskelett (Hexactinellida, Dictyonina). Das Höherbauen kann also beim Korallenriff von den einzelnen Stöcken durch die Formgebung aktiv unterstützt werden und ist auf diese Weise auch in der Geschwindigkeit regulierbar; das Schwammriff wächst nur durch mühsames Aufeinandersetzen von Tellern und Bechern nach oben. Nicht nur sein äußerer, sondern auch sein innerer Aufbau ist daher sehr gleichförmig und eintönig.

Keywords

albhochflächemalmkorallenriffkalkalgehexactinellidadictyoninagermany