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Der Meteorit über der Pfalz am 19. Juli 1932

Häberle, Daniel

Kurzfassung

In der Frühe des 19. Juli 1932 zwischen 1/2 und 3/4 4 Uhr wurde in der Pfalz und auch in deren Nachbargebieten bei hellem Mondschein ein Meteorit beobachtet, der wie eine feurige Kugel mit einem kometartigen Schweif von Norden nach Süden zog, die Nacht für einige Sekunden taghell erleuchtete und schließlich mit einem starken Knall zerplatzte; hierbei sollen nach Berichten von Augenzeugen die Häuser gezittert und die Fenster geklirrt haben. Nach den ersten Nachrichten nahm man an, daß er in dem Viereck Kaiserslautern-Neustadt-Haßloch-Frankenthal-Grünstadt-Bad Dürkheim, also ungefähr im nördlichen Pfälzerwald, niedergegangen sein würde. Bald berichteten auch die Zeitungen, man habe ihn "in einem Walde, etwa 3 km in südwestlicher Richtung von Worms gefunden, und zwar in einem mächtigen Loch von etwa 3 m Durchmesser, das ringsum von wie durch Blitzschlag zersplitterten und geknickten Bäumen umgeben" sei. Diese Nachricht klang ja ganz wahrscheinlich, erwies sich jedoch bei näherer Untersuchung bald als eine fette Ente. Als aber aus den Zeitungen nach und nach auch aus der Südpfalz (Bergzabern, Schönau, Pirmasens) Beobachtungen über diese Erscheinung bekannt wurden, lag die Vermutung nahe, daß der Einschlagsort eher im südlichen Pfälzerwald, möglicherweise sogar im benachbarten Elsaß zu suchen sein könnte. Längere Zeit bildete der Meteorit das Tagesgespräch und trotz der Aussichtslosigkeit, einzelne Bruchstücke in den Wäldern zu finden, machten sich besonders Eifrige doch auf die Suche. Man erinnerte sich daran, daß am 5. Mai 1869, nachmittags zwischen 6 und 7 Uhr, bei Krähenberg auf der Sickingerhöhe südlich von Kaiserslautern unter ähnlichen Begleiterscheinungen ein Meteor im Gewicht von 31,5 Pfund niedergegangen war, der sich jetzt als wertvolles Schaustück im Historischen Museum der Pfalz zu Speyer befindet, und daß auch Dochnahl in seiner Chronik von Neustadt von im Jahre 1057 gefallenen Meteorsteinen berichtet. Selbstverständlich waren auch wissenschaftliche Kreise in und außerhalb der Pfalz sofort bemüht, nähere zuverlässige Nachrichten über den Meteoriten zu sammeln, insbesondere ließ sich die Badische Landessternwarte auf dem Königstuhl bei Heidelberg als die berufenste Stelle die Nachforschungen angelegen sein.

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