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War der Bayerische Wald einst von Sedimentschichten bedeckt?

Reuter, Lothar

Kurzfassung

Der Bayerische Wald, in den die Exkursion des Oberrheinischen geologischen Vereins in der Osterwoche 1934 führte, umfaßt das Urgebirgsgebiet östlich von Regensburg, das im Süden von der Donauniederung und im Norden vom Pfahl begrenzt wird. Seine Oranitberge erheben sich hier so unvermittelt aus dem triasischen und jurasischen Vorland, daß sich dem geologischen Forscher unwillkürlich die Frage aufdrängt, ob der Bayerische Wald von jeher das Urgebirge war, an dessen Außenrändern die Meere der geologischen Vergangenheit brandeten, oder ob es sich hier nur um ein Stück der Erdrinde handelt, das aus seiner Umgebung hoch emporgehoben wurde und das nun als abgetragener Horst aus der mesozoischen Sedimentdecke herausragt. So haben sich auch seinerzeit die beiden Wiener Geologen Eduard Suess und Franz E. Suess in ihren Werken im "Antlitz der Erde" 1885 und in der "Böhmischen Masse" 1903 bereits mit dieser Frage beschäftigt und sich derart überzeugend für die zweite Auslegung ausgesprochen, daß zu verwundern ist, wie ihre Auffassung immer noch nicht vollends durchgedrungen ist. Da nun inzwischen einiges weitere Material zur Lösung dieser Frage hinzugekommen ist, benützte ich das Interesse für die Bayerischen Wald, das die genannte Exkursion zeitigte, um diesen Gegenstand in einem Vortrage zu behandeln, dessen Inhalt hier folgt.

Keywords

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