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Ein Beitrag zur Kenntnis der obermiocänen Süßwasserkalke in Mittelfranken

Birzer, Friedrich

Kurzfassung

An die Frage, ob die obermiocänen Süßwasserkalke Mittelfrankens ihren Kalk aus dem Lias oder Malm bezogen haben, knüpfen sich erstens vorwiegend morphologische Folgerungen wegen des Ausmaßes der Rückwanderung des Albrandes seit dem Obermiocän. Denn heute liegt ein großer Teil dieser Kalke weit vom jetzigen Albrand entfernt im Bereich des nahezu vollständig kalkfreien Keupers. G. Wagner hat als erster den Weißen Jura als Kalklieferanten angesehen. Zuletzt hat Rückert auf Grund von Funden eckigen Schuttes aus Weißjuramaterial in den Kalktuffen bei Spalt, also etwa 20 km vom heutigen Albrand entfernt, ebenfalls den Weißen Jura als Kalklieferer für sämtliche Süßwasserkalke verantwortlich gemacht. G. Wagner und Rückert halten den Lias nicht für kalkreich genug, um daraus die obermiocänen Kalke ableiten zu können, während Krumbeck und Dorn für die auf dem Lias beta und gamma abgesetzten Kalktuffe von Kalckreuth (östl. Erlangen) die Stinkkalke des Lias epsilon für das Ursprungsgestein halten. Zum andern lohnt sich ein Vergleich wenigstens der bestimmt aus dem Weißen Jura stammenden obermiocänen Tuffe - in deren Umgebung also heute noch Malm ansteht - mit den aus gleichen Schichten stammenden diluvialen Kalkabsätzen, um der Frage näher treten zu können, ob und wie sich klimatische Unterschiede in den Ablagerungen der in beiden Fällen aus Weißjurakalken kommenden Wässer ausdrücken. Die einzelnen Vorkommen und die äußere Beschaffenheit der obermiocänen Kalktuffe sind des öfteren beschrieben worden.

Keywords

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