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Junge Krustenbewegungen im Regengebiet

Wagner, Georg

Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins Band 24 (1935), p. 48 - 49

published: Apr 1, 1935

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Kurzfassung

Bei der Tagung des Oberrheinischen Geol. Vereins in Regensburg fielen mir die großen Gegensätze im Regental auf. Bei Cham ein ungewöhnlich weites Tal mit 2 km breiter Talaue, zahllosen Wiesenschlingen und Altwassern, Seen und Sümpfen, alten Terrassen. Unterhalb Roding engt sich das Teil mit dem Anstieg der Schichten; Talmäander ersetzen die Flußmäander. Nach einer kleinen Erweiterung bei Nittenau erreicht das Tal seine größte Enge und Tiefe bei Stöckenfels, wo Granitfelsen in der Flußsohle aufragen; erst unterhalb Regenstauf ist der Ausgleich vollzogen. Untersucht man die Gefällsverhältnisse, so findet man bei Cham (zwischen Rossbach und Roding) eine ganz ungewöhnliche Abnahme des Gefälls, die zu mehrfachen Begradigungen Anlaß gab (unterhalb Cham, ob Pösing, ob Roding); berücksichtigt man diese menschlichen Eingriffe, so erhält man auf der ganzen Strecke noch nicht 0,4 0/00 Gefäll, l/3 des Wertes unmittelbar flußauf. Auch unmittelbar unterhalb Roding bleibt das Gefäll noch gering (0,3 0/00), steigt dann aber auf dem ganzen Durchbruch bis Regenstauf auf 0,5 0/00 an. Das Gestein kann nicht allein zur Erklärung dieser Gegensätze herangezogen werden, wenn auch der Granit Engtäler und größeres Gefäll begünstigt. Aber die Gegensätze sind zu groß. Bei Cham müssen die Aufschüttungen weit unter die Talsohle hinabreichen. Und die Cham hat auf die letzten 14,4 km ihres Laufes auch nur 0,3 0/00 Gefäll. Wir müssen unbedingt ein Absinken des ganzen Chamer Beckens oder ein Aufsteigen des Bayrischen Waldes unterhalb Roding annehmen. Damit stimmt auch überein, daß gerade bei Roding die Kreide stark geneigt liegt, daß die Kreideschichten dort nach Süden in die Luft ausstreichen, daß also seit der Kreidezeit dort eine Schiefstellung erfolgt ist.

Keywords

regenregensburggermanygranitkreidebayrischer wald