Original paper

Diluvialprofile mit periglazialen Erscheinungen im Donaugebiet bei Immendingen

Wittmann, Otto

Kurzfassung

Aus der Niederterrasse der Donau und des Weißenbachs bei Immendingen werden Frostkeile (im Sinne Soergel's) beschrieben, deren Füllung uns die Formen der einst zu Eiskeilen ("ice wedges" Leffinowell's, "tundra polygons" Elton's, "Taimyrpolygone" Steche's) ausgeweiteten diluvialen Frostrisse erhalten hat. Erst nach dieser Einfüllung von Material hangender Schichten wurden die Frostkeile zu Brodeltöpfen im Sinne Gripp's. Die uns heute erhaltenen Formen sind also primär Eiskeile und erst sekundär Brodeltöpfe gewesen. Von Biesendorf bei Immendingen wird über einen diluvialen Streifenboden berichtet, dessen Ursache ebenfalls Frostrisse von großer Länge gewesen sind. Die Frostrißbildung ist nachweislich auf einem der vorhandenen Kluftsysteme angelegt, mit dem also der Streifenboden richtungsgleich verläuft. Die im Querschnitt als Keile erscheinenden Streifen werden hangabwärts immer tiefer und enger, nach der Höhe aber flachen sie aus. In Unteren Öhninger Schichten am Höwenegg ist eine intensive Verfaltung und Verstauchung erschlossen, die hangwärts immer stärker und zugleich gleichmäßiger wird. Sie kann nur erklärt werden als eine Gehängegleitfaltung im Auftauboden.

Keywords

DiluviafprolileperiglazialDonaugebietImmendingenice wedgestundra polygonTaimyrpolygone