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Die Ablagerungen der obermiocänen Süßwasserkalke bei Pleinfeld und Georgsgemünd in Mittelfranken

Dorn, Cornelius

Kurzfassung

Die Süßwasserkalke von Georgsgemünd sind bereits seit über 100 Jahren durch ihre Fossileinschlüsse bekannt. Im Jahre 1834 beschreibt v. Meyer Wirbeltierfunde vom Bühl, einem Hügel bei Georgsgemünd in einem Werk mit 10 Tafeln. Murchison und Cuvier besuchten diese Fundstätte, von welcher der letztere über einen Rhinocerosschädel berichtet. Fr. Sandberger (1870-1875) hat zahlreiche Schneckenarten vom Bühl beschrieben und gibt ein Verzeichnis der bisher von diesem Ort bekannten Säugetierreste. Bei diesen Funden kommt immer nur der Bühl bei Georgsgemünd in Betracht. Die zahlreichen anderen Süßwasserkalkablagerungen der Umgebung von Pleinfeld und Georgsgemünd lieferten keinerlei beachtenswerte Funde. Bekannt wurde nur noch die Örtlichkeit Hauslach bei GeorgsgemÜlld, wo vor etwa 80 Jahren ein menschliches Skelett mit zahlreichen Knochenund Steinwerkzeugen gefunden wurde. Über dessen weiteres Schicksal ist nichts Näheres bekannt. Artefakte werden bei der Feldbestellung im Gebiet der Süßwasserkalke immer wieder gefunden, doch wenig beachtet. Früher war der Bühl durch einen lebhaften Steinbruchbetrieb. gut erschlossen. Der Kalk wurde zum Brennen in einem Kalkofen abgebaut. So finden sich bei Gümbel ausführliche Angaben. Vor etwa 30 Jahren ging der Kalkofen ein, der Abbau des Kalkes hörte auf. Der Steinbruch wurde eingeebnet und Felder darauf angelegt. Damit war der reichste Fundplatz obermiocäner Säuger in Franken verschwunden. In den letzten Jahrzehnten traten diese Tuffablagerungen erneut in den Vordergrund, indem die Frage des Zurückweichens der Frankenalb seit dem Obermiocän damit in Verbindung gebracht wurde. Es ist ja im hohen Grade auffallend, daß obermiocäner Süßwasserkalk auf Keupersandstein aufgelagert wurde, obwohl Malmkalke, von denen sie abzuleiten wären, viele Kilometer entfernt sind.

Keywords

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