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Die chemischen und physiographischen Beziehungen der basischen Eruptiva der Alb, des Hegaus und des Polzengebietes (Sudetenland) zu den Ankaratriten Madagaskars

Leopold, Gustav

Kurzfassung

Als erste ausführliche Beschreibung der Alb-Eruptiva wäre die Arbeit von R. Möhl: Die Basalte der rauhen Alb, zu nennen. Er beschreibt auf Grund von Dünnschliffuntersuchungen die Vorkommen von Dietenbühl, Sternberg, Eisenrüttel, Grabenst etten, Buckleter, Jusi, Rohbohl (heute Rochbohl), Neuhauser Weinberg, Kraftrain und das Vorkommen in der Zittelstadt östlich von Urach. In dieser Arbeit werden sämtliche dieser Gesteine als Nephelinbasalte bezeichnet. Der Melilith wurde von Möhl durchweg als Nephelin angesprochen. Erst durch die Arbeit von Stelzner: Über Melilith und Melilithbasalte, wurde dieser Irrtum beseitigt. Er erkannte als erster, daß das als Nephelin beschriebene Mineral in vielen Fällen Melilith ist. Stelzner geht auf einige stark melilithführende Gesteine der Alb und des Regaus ausführlich ein. Er beschreibt aus der Alb unter Melilithbasalt das Gestein des Rochbohl bei Owen, das Gestein des Bölle, 1/2 km südsüdwestlich von Owen. Von den Regaugesteinen erwähnt er als Melilithbasalt nur das Gestein vom Wartenberg bei Geisingen. Die übrigen basischen Regaugesteine bezeichnet Stelzner als melilithführende Nephelinbasalte. Der Name Basalt verbleibt den Alb- und Hegaugesteinen vorerst eigen; so spricht z. B. Niggli in einem Exkursionsbericht, in welchem er u.a. die Alb-Hegau-Gesteine mit den Gesteinen des Polzengebietes vergleicht, von Melilithbasalten bis Melilithnephelinbasalten. Erst 1934 spricht Tröger als erster das Gestein des Hochbohl als Olivinmelilith it an, mit der Begründung, daß der Name Basalt in neuerer Zeit immer mehr und mehr auf Feldspatgesteine beschränkt werde. Blattmann bezeichnet dann 1938 das bis dort als Melilithbasalt benannte Gestein des Jusi ebenfalls als Olivinmelilithit. Nach Vorkommen, Auftreten und Mineralbestand sind gewisse Eruptivgesteine Nordböhmens den basischen Alb- und Hegaugesteinen sehr ähnlich. Die von Scheumann als Nephelinbasalte beschriebenen Gesteine des Spitzbergschlotes, des Weinberges bei Alt-Leipa-Anewand, des Mühlbergs bei Straußnitz und das Blockmaterial von Robitz, südlich von Leipa, sind vollkommen feldspatfrei. Diese Gesteine bilden gleichsam den Übergang zu den Polzeniten. Als Polzenite bezeichnet Scheumann die sehr SiO2-armen feldspat- und augitfreien Gesteine, welche durch reiche Melilith-, Olivin- und Biotit- (Phlogopit-) Führung ausgezeichnet sind.

Keywords

basic volcanic rockshegaupolzen regionpolandankaratritemadagascarchemistrypetrographymelilite