Field trip guide

Der geologische Bau der Umgebung von Dornbirn

Grünvogel, Edwin

Kurzfassung

Auf der Strecke Gütle-Rappenloch-Schanerloch treten hauptsächlich folgende Gesteine landschaftsbildend hervor: Zu unterst die Drusbergschichten (abwechselnde Kalk- und Mergelbänke), die am Gütle, wo sie nicht aufgeschlossen sind, 80 m mächtig sein mögen, von da nach S zum Schanerloch auf 200 m zunehmen, um am Hohen Freschen gar 300 m zu erreichen. Man sieht darin den Übergang zu einem schlammsammelnden Trog im S. Diese Mächtigkeitszunahme geht z. T. auf Kosten des sie überlagernden, in viel seichterem Meer entstandenen Schrattenkalks (riffartig massiger oder schlechtgebankter neritischer Kalk), der umgekehrt von 100-120 m im N auf 60 m im S (Schanerloch) zurückgeht, am Hohen Freschen auf seine obersten 6 m reduziert ist und südlich davon ganz fehlt. Auf ihn folgen nach Zwischenschaltung des geringmächtigen Gaultsandsteins (glaukonitreiches Transgressionsprodukt) und Seewerkalks (bathyaler Globigerinenschlick) endlich die 150-200 m mächtigen Amdener Schichten (weiche, graue Schiefertone, noch mehr oder weniger bathyal). Es handelt sich um lauter Ablagerungen der Kreidezeit (nur nördlich vom Gütle, am Breiterberg und bei Klien, liegen noch ältere Kreideglieder bis zu den Öhrli-Schichten hinab). Im Tal der Dornbirner Ach erst seit Schluß der Eiszeit, also nur etwa 20000 Jahre lang, der Verwitterung ausgesetzt, zeigen die drei nach Maßgabe ihrer Widerstandsfähigkeit gegen diese ein durchaus verschiedenes Bild ihrer Entwicklung und damit der durch sie geformten Landschaft: der widerstandsfähigste, der Schrattenkalk, ist durch enge Schluchten und Klammen mit senkrechten Wänden gekennzeichnet; die Amdener sind am weitesten vorangeschritten: breite Talquerschnitte mit sanften, vegetationsbedeckten Hängen; die Drusberg-Schichten stehen bezüglich des Erhaltungszustandes ihrer Landschaft zwischen beiden: halbeng, halbsteil.

Keywords

dornbirnaustriaregional geologyfield trip guideseewerkalkdrusberg