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Die Grenze des mitteloligozänen Meeres in Schwaben

Schad, J.

Kurzfassung

SANDBERGER 1) und neuerdings von K. MILLER, 2) wenigstens nach ihrer fossilführung, eingehend geschildert worden. Im Anschluß an die genannten Autoren hat ENGEL 3) die Oligozänbildungen Württembergs dargestellt. Nach W. KRANZ 4) » blieb das ganze Gebiet" der weiteren Umgebung von Ulm » trocken bis zum Beginn des Miozäns. « Bezüglich des Oligozänmeeres führt er aus: » Es ist bis jetzt nicht mit Sicherheit bekannt, ob dies Meer bis an das süddeutsche Tafelgebirge heranreichte, oder ob seine Ufer durch Reste vindelizischen Landes gebildet wurden. Doch sprechen eine Anzahl von Gründen dafür, daß solches Land mindestens bis nach Ablagerung der unteroligozänen flysch schichten in der alten Kammlinie bruchstückweise existierte, dann erst mit den beiderseits angeschlossenen jüngeren Schichtenablagerungen in die Tiefe sank und einer breiten langgestreckten Niederung Platz machte, in welche nun die fluten des mitteloligozänen Meeres eindrangen, wahrscheinlich gleichzeitig und im Zusammenhang mit der ersten Hauptfaltung der Alpen und mit dem Haupteinbruch des Rheintals. « Wie weit das Oligozänmeer nach Norden vorgedrungen ist, gibt KRANZ ebenso wenig an, wie NEUMAYR, 5) SÜSS 6) und andere, die mangels der Detailuntersuchungen sich alle auf allgemeine Angaben über den Verlauf der oligozänen Transgression beschränken mußten. Vergleicht man diese Angaben mit denen späterer Autoren, so fehlt es nicht an Widersprüchen. Erwähnenswert ist die feststellung NEUMAYRS (I. c. S. 484), daß die oligozäne Meerestransgression wesentlich verschieden ist von derjenigen des Jura- und Kreidemeeres; diese erfolgten "über ungeheure Strecken« und "in mehreren Erdteilen annährend gleichzeitig; « ganz anders verhält es sich mit der oligozänen Transgression" (I. c. S. 491). In Afrika und England tritt das Meer zurück, »während in Südeuropa zum mindesten kein Umsichgreifen im Oligozän nachgewiesen werden kann. « Auch aus anderen Gegenden läßt sich keine sichere Spur einer oligozänen Transgression anführen (I. c. S. 491 f. ). Dem gegenüber stellt DE LAPPARENT 7) fest, daß die oligozäne Meerestransgression in Deutschland den größten Umfang angenommen hat, und er führt darüber weiter aus: "De cette maniere la partie mediane de I'Europe se trouvait pour un moment, envahie par les eaux marines, comme elle ne I'avait pas He depuis les temps suprajurassiques «. In der Kartenskizze des Oligozänmeeres (fig. 714, I. c. S. 1503) läßt er seine Nordgrenze etwa durch die Linie Konstanz-Kempten gehen. Die Skizze des alttertiären Meeres, die WAAGEN 8) im Anschluß an KOSSMAT gibt, ist leider wegen ihres kleinen Maßstabes für Orenzbestimmungen auf engem Raum nicht brauchbar. Johannes WALTHER 9) spricht sich, ohne nähere Beweisangabe, sehr bestimmt aus über die Verbreitung des Oligozänen Meeres, wenn er sagt: Die Oligozäne Meeresfauna folgt dem fuß der Alpen und läßt sich nirgends ') SANDBERGER, Land- und Süßwasserkonchylien der Vorwelt, 1873. 2) K. MILLER, Alttertiäre Land· und Süßwasserschnecken der Ulmer Gegend. (Jahreshefte des Vereins für vater!. Naturkunde 1907, S. 434 ff. ) 3) ENGEL, Geognostischer Wegweiser durch Württemberg, 1908. ') W. KRANZ, Geographische Geschichte der weiteren Umgebung von Ulm a. D. 5) NEUMAYR, Erdgeschichte 1887, 11. Bd. S. 484. 6) SÜSS, Das Antlitz der Erde, II. Bd. 1888, S. 381 f. ') DE LAPPARENT, Traite de Geologie, 1900, S. 1502. S) WAAGEN, In fIimmel und Erde, 11. Bd.: Unsere Erde, S. 407 f. 9) Johannes WALTHER, Lehrbuch der Geologie Deutschlands, 1910, S. 313.