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Über Zusammensetzung und Bildungsweise obermiocäner Süßwasserkalke Frankens

Klein, S.

Kurzfassung

Georg Wagner und ihm folgend L. Rückert hatten die Annahme zu begründen versucht, daß der Steilrand der Alb im südlichen Mittelfranken erst nach der Ablagerung der Silvana-Schichten im Obermiocän sehr weit nach S zurückgewichen sei. Sie folgerten hieraus, daß für die auf Keuper liegenden obermiocänen Süßwasserkalke ("Sk") nur der Weiße Jura als Kalklieferer anzusehen ist. F. Birzer hielt es daher für möglich, aus einem Unterschied in der Zusammensetzung fränkischer Sk diesbezügliche Anhaltspunkte zu gewinnen bzw. Rückschlüsse ziehen zu können. Er fand zunächst, daß die von ihm analysierten Proben fränkischer Sk-Vorkommen durchschnittlich fast 2% mehr Magnesiumkarbonat aufwiesen als die von H. Klähn analysierten diluvialen Kalktuffe Frankens und glaubte um so mehr dieses Ergebnis verallgemeinern zu dürfen, als auch eine dem entgegenstehende Angabe H. Klähn's sich als irrtümlich erwies. Birzer suchte seine Anschauung besonders dadurch zu stützen, daß er eine Anzahl heute vom Albrand Südfrankens weiter entfernt liegender tertiärer Kalkabsätze in ihrer chemischen Zusammensetzung mit solchen verglich, die sicher in der Tertiärzeit den Wässern des Weißen Juras entstammten. Es ergab sich so, daß die durchschnittliche Zusammensetzung beider genügend übereinstimmte. Daraus konnte vermutet werden, daß der durchschnittliche höhere Magnesiumgehalt obermiocäner Sk gegenüber den diluvialen Tuffen Frankens als Funktion des Klimas aufzufassen sei bzw. daß die Verminderung des Magnesiumgehaltes gleichartig entstandener Kalkabsätze im allgemeinen dem Rückgang der Bodentemperaturen während großer Zeitabschnitte des Diluviums einigermaßen entsprechen würde, "denn die Löslichkeit von Magnesiumkarbonat fällt mit zunehmender Temperatur des Wassers".

Keywords

obermiocänfrankensilvana-schichtenkeupersüßwasserkalkeweißer jura