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Revision des Bohr-Profils der Heidelberger Radium-Sol-Therme

Bartz, Joachim

Kurzfassung

Die im Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg aufbewahrten Bohrproben der Heidelberger Thermalbohrung wurden auf ihre petrographische Ausbildung und Zusammensetzung untersucht. Auf Grund dieser Untersuchungen wurde das Bohrprofil folgendermaßen gedeutet: 0-382 m Diluvium; 382-1022 m + Pliozän. Die diluvialen Schichten setzen sich nur aus Neckar-Material zusammen. Für sie wurde eine Untergliederung anhand der Milankovitch'schen Strahlungskurve versucht. Die pliozänen Schichten zeigen in vielen Proben kristallines Material aus dem Schwarzwald, das von einem nördlich der Kaiserstuhlwasserscheide entspringenden Rhein abgelagert wurde, während Neckarmaterial, wie es die diluvialen Schichten zeigen, völlig fehlt. Die pliozänen Schichten lassen eine Dreigliederung erkennen in eine obere Abteilung bestehend aus Sanden, Sandtonen und Tonen, eine mittlere Abteilung mit eingeschalteten Kieslagen und eine untere Abteilung mit großen Buntsandsteinblöcken. Die Ausbildung der pliozänen Schichten spricht dafür, daß sie dem Jungpliozän zuzurechnen sind. Die großen Buntsandsteinblöcke der unteren Abteilung weisen auf eine starke Heraushebung des Odenwaldes hin, die mit regional-tektonischen Bewegungen im nördlichen Rheintalgebiet, die dort die Ablagerung der Arvernensis-Schotter zur Folge hatte, zusammenhängen dürften. Das hierbei entstandene Relief wird während der Sedimentation der mittleren und oberen Abteilung weitgehend eingeebnet. Erst die im Diluvium einsetzende Bewegungen führen zur Ausgestaltung des heutigen Neckartales.

Keywords

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