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Pollen- und Sporenflora des Wetterauer Hauptbraunkohlenlagers. (Vorläufige Mitteilung)

Leschik, Georg

Kurzfassung

In der Hungener Senke, die sich von Friedberg nach Hungen hinzieht, kam es zur Ablagerung von jungtertiären Sedimenten, in die 5-14 m mächtige Braunkohle eingeschaltet ist. Das Liegende der Kohle ist als sog. Sohlenletten entwickelt, der im allgemeinen als verwitterter Basalt oder basaltischer Tuff gedeutet wird. Nach Kirchheimer (1934) wurden verschiedentlich Tuffite festgestellt, in denen Bacillarienpanzer gefunden wurden, was auch auf eine sedimentäre Ablagerung hindeutet. In den 5-13 m mächtigen Hangendschichten wechseln farbige Tone mit sandigen Lehmen ab. Zur pollenanalytischen Untersuchung lagen 103 Proben des Profils im Steigerschacht der "Römerstraße" bei Wölfersheim (westl. Flügel des Vorkommens) und 2 Bohrungen aus der Nähe von Weckesheim mit insgesamt 58 Proben vor. Das Braunkohlenflöz hat im Steigerschacht eine Mächtigkeit von 13,45 m. Die Probenentnahme erfolgte in einem Abstand von 10 zu 10 cm. Die Kohle wurde in der üblichen Weise mit H2O2 und KOH behandelt, tonreiche Proben außerdem noch mit HF und HCl. Die Schwelkohle des Profils "Römerstraße" zeichnet sich durch einen ungewöhnlich großen Pollenreichtum aus. Die reichsten Proben stammen aus der "Pollenkohle" im mittleren Flözteil. Im Handstück hat diese Kohle einen gelbbraunen Farbton und stellt zweifellos eine subaquatische Bildung dar. Die weitaus meisten Pollen sind Baumpollen; die Nichtbaumpollen und die Sporen treten demgegenüber sehr stark zurück.

Keywords

Pollen FloraSporen FloraWetterauBraunkohleFriedbergHungenpliocenepleistocenegermany