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Das Muschelkalksalz in Kochendorf, Heilbronn und Stetten/Hohenzollern

Schachl, Erich

Kurzfassung

Im Jahre 1816 wurde bei Jagstfeld nördlich von Heilbronn zum erstenmal Steinsalz im Mittleren Muschelkalk erbohrt. Daraufhin setzte in der näheren Umgebung eine lebhafte und erfolgreiche Bohrtätigkeit ein, die zur Gründung der Salinen Friedrichshall, Wimpfen und Rappenau führte. Wenig später fand man Muschelkalksalz bei Schwäbisch Hall (1822), Dürrheim (1822), Schwenningen (1823) und Rottenmünster (1824), weiterhin bei Bufleben (1823) und Stotternheim in Thüringen, 1832 bei Luneville und bald darauf im benachbarten Lothringen, 1836 auch bei Schweizerhalle am Hochrhein. In einzelnen dieser Gebiete hatten schon früher Salinen bestanden, die natürliche Sole zur Salzgewinnung verwendet hatten. Auf Grund der Bohrungen wurden an allen genannten Orten neue Salinen errichtet bzw. Schächte abgeteuft. Nachdem 1875 durch eine mißglückte Wasserbohrung auch unter Stuttgart ein Steinsalzlager im Mittleren Muschelkalk nachgewiesen worden war, erschloß eine zweite Bohrperiode am unteren Neckar (etwa von 1880-1900) Steinsalz zunächst in unmittelbarer Stadtnähe von Heilbronn, später in einem rund 150 km2 großen Bereich zwischen Schwaigern und Rappenau im Westen und Affaltrach und Wieslensdorf im Osten. Um die Jahrhundertwende erbohrte man Muschelkalksalz im Gebiet des mittleren Mains (Schweinfurt), 1917 bei einer Steinkohlenversuchsbohrung in Buix bei Pruntrut und nach dem ersten Weltkrieg wurde an mehreren Punkten in Norddeutschland (Hannover, Helmstedt, Wolmirstedt, Fallersleben, Lüneburg) ein z. T. einige Dutzend Meter mächtiger Salzhorizont im Mittleren Muschelkalk angetroffen. Die bis heute bekannten Vorkommen liegen mit Ausnahme des Lothringer Gebietes in einer rheinisch streichenden Großzone, die sich von der Nordschweiz bis in das Gebiet der unteren Elbe erstreckt (Lotze 1938).

Keywords

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