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Ein neuer Leithorizont im Hauptmuschelkalk

Vollrath, Alfred

Kurzfassung

Bei stratigraphischen Untersuchungen im Hauptmuschelkalk des Murrtals fielen mir im Abraum des großen Steinbruchs bei Kirchberg/Murr Tonplatten auf, die auf einzelnen Schichtflächen oft massenweise kleine, flache, dünne Pectenschalen führten. Die nähere Untersuchung dieser Schalen ergab, daß eine neue, bisher nicht bekannte Pectenart gefunden wurde. Auf Grund der gleichen Ohren und des fehlenden Byssusausschnitts stelle ich sie zu der Gattung Entolium. Die Form ist schwach oval. Die Größe der Schalen schwankt zwischen 5 und 15 mm. Das Verhältnis von Breite zur Länge beträgt durchschnittlich 1 : 12. Die Schale ist sehr dünn und wahrscheinlich primär nur schwach gewölbt mit ausgeprägter konzentrischer Anwachsstreifung, die auch auf die Ohren übergreift. Der Apikalwinkel beträgt durchschnittlich 90°. Von den bisher bekannten Arten steht Pecten discites der neuen Form am nächsten. Sie unterscheidet sich aber von Pecten discites durch die mehr ovale äußere Form, durch den meist kleineren Apikalwinkel, durch die zartere Beschaffenheit der Schale und vor allem durch die ausgeprägte, oft stark hervortretende konzentrische Anwachsstreifung. Wegen der äußerst zarten Beschaffenheit der Schale möchte ich den Namen Pecten (Entolium) subtile n. sp. vorschlagen.

Keywords

hauptmuschelkalkmurrtalgermanykirchbergpectenentolium