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Beiträge zur Stratigraphie von Callovien und Oxfordien am Südwestfuß und auf der Südostabdachung des Schwarzwaldes

Sauer, Kurt

Kurzfassung

Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden der Schwarzkalkbruch und das Erzloch Krottenstollen bei Vögisheim (Meßtischblatt 8211 Kandern) weithin bekannt, da die darin angeschnittene Grenzregion von Variansmergeln des Bathonien zu den Macrocephalenschichten des Callovien so voller Ammoniten steckte, daß sie Sammler und berühmte Palaeontologen in gleicher Weise anzog. Zum Teil ausführliche Beschreibungen finden sich u. a. bei Oppel (1856-1858) und Sandberger (1857 und 1864). Es hat aber den Anschein, als ob die stratigraphische Bedeutung des Bruches über den reichen Cephalopodenfunden etwas zu kurz kam. Heute ist die klassische Lokalität zerfallen und teilt damit das Los vieler Aufschlüsse in ähnlicher stratigraphischer Lage auf der Südwestseite des Schwarzwaldes. Die Detailsstratigraphie der im folgenden zu diskutierenden Jurastufen liegt hier am badischen Südende des Oberrheintalgrabens daher noch sehr im Argen. Ist die Grenze Bathonien/Callovien noch leidlich zu markieren, so ergaben sich große Schwierigkeiten in der Begrenzung von Callovien zu Oxfordien und derjenigen des Oxfordien zum Rauracien. Ursache sind die sehr schlechten Aufschlußverhältnisse in der durch sie repräsentierten mächtigen und weitgehend durch Mergel- und Chailleslagen unterbrochenen Tonserie. Ausgangsbasis für die gesamten Untersuchungen auf der Westseite des Schwarzwaldes müssen immer wieder die stratigraphischen Rahmenergebnisse sein, die Schnarrenberger 1915 bei der geologischen Aufnahme des Blattes Kandern erzielt hat, und für die Ostseite die zahlreichen Arbeiten aus der Feder Schalch's. Wie schwierig die Verhältnisse liegen, geht daraus hervor, daß Steinmann die heute eindeutigen Oxfordtone von Kandern anfänglich in die Torulosuszone des Doggers stellte (Lent und Steinmann 1893); die tektonische Zerhackung der Vorbergzone erschwert eine sofortige einwandfreie Diagnose.

Keywords

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