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Die Verbindung des mitteloligozänen Rheintalgrabens mit dem Mittelmeer

Weiler, Wilhelm

Kurzfassung

Die erste Anlage des Rheintalgrabens fällt in das Mittel- oder Obereozän. Im Unteroligozän bricht vornehmlich die südliche Grabenhälfte zwischen Schwarzwald und Wasgenwald ein, und die entstandene Senke tritt durch die Pfalzburg-Zaberner-Mulde, vielleicht auch auf dem Umweg über die Burgundische Pforte mit dem Pariser Becken in Verbindung (Wagner 1925, 1950; Meyer 1927). Zu Beginn des Mitteloligozäns (Unter-Stampiens) verlängert sich der Graben nach N bis zum Fuß des Rheinischen Schiefergebirges, und unter Einbeziehung Rheinhessens und der unteren Mainebene erweitert er sich zum Mainzer Becken, das über Wetterau und Hessische Senke etwa bei Kassel den Anschluß an das norddeutsch-belgische Septarienton-Meer findet. Die mitteloligozänen Ablagerungen des Oberrheingrabens (Meeressand und Rupel- oder Septarienton) enthalten viele Fischreste (Weiler 1922, 1928, 1929, 1942; Theobald 1934; Leriche 1948). Von den nachgewiesenen Knochenfischen kommen rund 45 %, von den Selachiern rund 68 % im belgischen Rupelton vor, ein Beweis, daß diese Arten mit größter Wahrscheinlichkeit von N her eingewandert sind, worauf Jaekel zum erstenmal hinwies (Jaekel 1898). Die meisten nordischen Einwanderer sind ausgezeichnete Schwimmer, Bewohner des neritischen Meeresbezirks; z. T. bevorzugen sie das offenere Meer oder gar die Hochsee. Hessische Senke und Wetterau, die ihnen als Wanderwege dienten, müssen daher von einem Meer erfüllt gewesen sein, dessen ökologische Verhältnisse durchaus dem belgisch-norddeutschen Rupelton-Meer entsprachen.

Keywords

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