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Gibt es in Hessen drei Würm-Lösse?

Freising, Hans

Kurzfassung

Wie ungeklärt heute noch die Gliederung des Eiszeitalters ist, zeigt am besten die Tatsache, daß der Würm-Eiszeit A. Pencks, also der letzten Kaltzeit des Eiszeitalters, entweder ein oder zwei oder gar drei altersverschiedene Lösse zugeordnet werden. Von den deutschen Eiszeitforschern vertreten Brandtner (1950), Lais (1951), Schönhals (1950), Weinberger (1953), Zotz (1946) u. a. letztere Auffassung. In zwei kleineren Veröffentlichungen (1951, 1952) habe ich dargelegt, daß der letzten Kaltzeit nur ein einziger Löß - Bayers Löß III - angehört. Dieser jüngste Löß zeichnet sich dadurch aus, daß er erstens von einem Naßbodenstreifen (Naßboden III) durchzogen wird, zweitens, daß er einerseits die letztwannzeitliche Göttweiger Bodenbildung begräbt, andererseits wieder die Bodenbildung der erdgeschichtlichen Gegenwart trägt, und drittens, daß er und seine liegende Fließerde die Hinterlassenschaften der Schmalklingenkultur (Aurignac-Kultur) birgt (Freising 1951). Diese hauptsächlich an württembergischen Lössen gewonnenen Erkenntnisse gelten ebensogut für Franken, Hessen oder Niederdonau. Wenn nun Weinberger in seiner jüngsten Arbeit (1953) bemerkt, ich sei übereinstimmend mit Schönhals (1950) zu einer Dreiteilung des Würm-Lösses gekommen, so beruht das offenbar auf einem argen Mißverständnis. Das zwingt mich, an Aufschlüssen in Hessen zu zeigen, wie weit die beiden Auffassungen auseinandergehen.

Keywords

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