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Die Grenzschichten Buntsandstein/Muschelkalk im Saarland - ein fossiles Watt

Rücklin, Hans

Kurzfassung

Unter "Watten" versteht man gemeinhin diejenigen Gebiete an der Grenze Festland/Meer, die im unmittelbaren Wirkungsbereich der Gezeiten liegen, d. h. täglich zweimal von der Flut überspült werden und zweimal während der Ebbe wieder trockenfallen. So gefaßt umschließt die Definition zwei grundverschiedene Begriffe, nämlich einmal Gebiete, in denen infolge der Küstenform, der Auflaufrichtung der Flut und der vorherrschenden Windrichtung die Geschwindigkeit des Flutstromes im ganzen geringer ist als die des Ebbstromes, zum anderen aber Gebiete, in denen die Schleppkraft des Flutstromes überwiegt. Im erstgenannten Fall wird alles vom Flutstrom und der Brandung mobilisierte Feinmaterial während der Ebbe weggeführt. Es entstehen Brandungsterrassen und Abrasionsflächen, die wegen ihres meist felsigen, oft mit Blöcken und Großgeröllen bedeckten Untergrundes gelegentlich auch als Felswatten bezeichnet worden sind. Sie sind vorwiegend an tektonisch ruhende oder in säkularer Hebung befindliche Gebiete gebunden. Im zweiten Fall werden die vom Flutstrom herangeführten Sinkstoffe mit dem Abklingen der Flut und in der Stillwasserzeit sedimentiert, vom Ebbstrom aber nur teilweise wieder aufgearbeitet und weggeführt. Es herrscht im ganzen also Materialtransport zur Küste hin vor. Unter diesen Umständen werden in den von den Gezeiten überstrichenen Gebieten Feinmaterialien - vorwiegend Feinsande und Schlicke, aber auch organische Reste - abgelagert, d. h. es findet eine allmähliche Auflandung statt. Solche Gebiete seien als Sedimentwatten oder Watten im engeren Sinne bezeichnet. Sie sind an Flachküsten und Felder säkularer Senkung gebunden (vgl. H. Schütte 1939).

Keywords

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