Original paper

Über einige Wasserbohrungen im Jura

Weidenbach, Fritz

Kurzfassung

In den letzten Jahren sind im Weiß-Jura der mittleren und östlichen Schwäbischen Alb verschiedene Bohrungen zur Erschließung von Trinkwasser niedergebracht worden. Durch die dabei gemachten Erfahrungen sind unsere Kenntnisse über die Karsterscheinungen in einigen Punkten erweitert worden. Nach den herkömmlichen Auffassungen erscheint es als äußerst gewagt, größere Städte oder Gemeindegruppen mit Trinkwasser aus dem verkarsteten Jura zu versorgen. Es ist bekannt, daß viele Karstquellen mehr oder weniger stark verseucht sind und nach starken Regengüssen oder bei Schneeschmelze oft getrübtes Wasser bringen. Die Abwässer von Ortschaften auf der Albhochfläche, die in Dolinen zur Versickerung gelangen, erscheinen - das ist durch Färbversuche nachgewiesen - manchmal in wenigen Tagen oder gar Stunden schon in den Karstquellen. Dieser Typus von Karstquellen ist gekennzeichnet durch eine außergewöhnlich hohe Schwankungsziffer. Als Beispiel sei hier nur genannt der Blautopf bei Blaubeuren mit einer Maximalschüttung von 2500 l/sek. und einer Minimalschüttung von 350 l/sek. Schwankungsverhältnis also 1:70. Daneben gibt es nun aber - vor allem in der östlichen Schwäbischen Alb - Quellen aus dem Weiß-Jura, die nie trüb fließen, eine sehr geringe Schüttungsschwankung haben und bei bakteriologischer Untersuchung über lange Zeiträume hinweg dauernd keimfreie Ergebnisse aufweisen. Es ist sehr bemerkenswert, daß beide Typen oft dicht beieinander liegen. Karstwasser ist also nicht gleich Karstwasser.

Keywords

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