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Eine neue Deutung des Profils der Tiefbohrung Ingelfingen mit Hilfe der Tiefbohrung Bad Mergentheim

Carlé, Walter; Frank, Manfred

Kurzfassung

Die am 23. März 1857 durch Oskar Fraas angesetzte und am 19. August desselben Jahres begonnene Tiefbohrung Ingelfingen gehört zu jenen Bohrungen des letzten Jahrhunderts, mit deren Hilfe man sich über das Vorhandensein oder Fehlen von karbonischer Steinkohle im Untergrund des Königreiches Württemberg unterrichten wollte. Sie wurde im Jahre 1863 in 815,67 m Tiefe eingestellt; man hatte zum Schluß noch fast 90 m in unter 45° einfallenden Tonsteinen und Kalken gebohrt, die zweifellos dem variszischen Gebirge angehören, hatte jedoch keine Kohlenlager angetroffen. Immerhin stellt sich ein anderer wirtschaftlicher Erfolg ein, der jedoch erst in unseren Tagen zum Tragen kommt - man schlug stark konzentriertes Mineralwasser an. 1875 wurde auf dieses Vorkommen das Solefeld "Ingelfingen" verliehen, doch wurde offiziell nie Salz gesotten. Die Bevölkerung tat das verbotenerweise, in eigener Regie und verletzte auf diese Weise das staatliche Salzmonopol; dieses "Verbrechen" kam zur Kenntnis der Bergbehörde, die 1893 das Verfüllen des Bohrloches befahl. Diese Maßnahme wurde absichtlich nur unzureichend ausgeführt, so daß man nach Durchführung geringfügiger Maßnahmen das Mineralwasser für Kurzwecke wieder gewinnen konnte.

Keywords

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