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Über den pleistozänen Sauerwasserkalk von Stuttgart-Münster - Bad Cannstatt

Reiff, Winfried

Kurzfassung

Dieser Aufsatz ist ein Auszug aus einer Diplomarbeit, die im Geol. Min. Institut der Technischen Hochschule Stuttgart aufliegt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Stratigraphie und den Lagerungsverhältnissen, den Bildungsbedingungen und dem Alter des Sauerwasserkalks von Stuttgart-Münster-Bad Cannstatt. Von den neueren Arbeiten über den Sauerwasserkalk sind besonders die von Bräuhäuser (1909), Bertsch (1927), Soergel (1929), Adam (1950) und Berckhemer (in Frank 1950) zu erwähnen. Außerdem veröffentlichte Kranz viele kleinere Schriften über einzelne Aufschlüsse. Besonders Soergels scharfsinnige Arbeit über das Alter der Sauerwasserkalke von Bad Cannstatt bildete den Ausgangspunkt für meine Untersuchungen. Die Sauerwasserkalkvorkommen stehen in Zusammenhang mit den Mineralquellen von Bad Cannstatt-Berg. Niederschlagswasser, das 20-25 km westlich von Stuttgart im Gebiet des durchlässigen Hauptmuschelkalks einsickert, läuft im verkarsteten Muschelkalk entsprechend dem Schichtfallen nach Südosten gegen das Bad Cannstatter Becken. Hier wird das artesisch gespannte Wasser durch den Ostrand des Fildergrabens, die sogenannte Schurwaldverwerfung, zum Aufsteigen gezwungen. Der hohe Kalkgehalt wird den Wässern erst an Ort und Stelle mitgeteilt. Durch die großen Mengen an gelösten Stoffen müssen im Untergrund des Bad Cannstatter Beckens große Hohlräume entstanden sein.

Keywords

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