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Muschelkalkmeer und Tethys

Wagner, Georg

Kurzfassung

In Wilhelmshall bei Rottweil hat 1834 der damalige Salinenverwalter Friedrich von Alberti den Namen Trias geprägt, damit Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper zusammenfassend. Zwischen die stark gefärbten terrestrischen Ablagerungen, die von der sehr kalkarmen Umrandung des Germanischen Beckens geliefert wurden, vorherrschend Sand und Ton, schieben sich die grauen kalkreichen Ablagerungen des marinen Muschelkalks ein, die ihren Kalk, Dolomit und Gips, nahezu 100 000 km3, fast ganz vom Weltmeer, der Tethys, zugeführt erhielten. Die Begrenzung des Germanischen Beckens bzw. des Muschelkalkmeeres durch Ardennen-Gallische Schwelle und Vindelizisches Land, sowie die Verbindung mit dem Weltmeer durch die Oberschlesische und die Burgundische bzw. Rhonepforte wurden früh erkannt. Im Ries fehlen Buntsandstein, Muschelkalk und die untere Hälfte des Keupers. In der Erdölbohrung von Heimertingen (Memmingen) ist es ebenso. In der Oberpfalz ist die Grenze des Muschelkalkmeeres genau festzulegen in der Linie Hirschau-Mantel-Parkstein. Daß die erste Verbindung mit dem Weltmeer über Oberschlesien ging, läßt sich sowohl an Hand der Schichten wie der Fossilien beweisen. Denn in Oberschlesien treten schon zur Buntsandsteinzeit 25 m Rötdolomite mit Beneckeia tenuis und 11 m Rötkalke mit reicher mariner Fauna auf; darüber erreicht das Wellengebirge noch 120 m Mächtigkeit. Diese hält bis nach Thüringen an und nimmt nach Südwesten rasch ab: Würzburg 85 m, Freudenstadt 55 m, Belfort etwa 25 m, Jurarand S Besancon 18-7 m.

Keywords

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