Original paper

Über eine frühmittelalterliche Deutung von Lias-1-Fossilien vom Dinkelberg

Wittmann, Otto

Kurzfassung

Mitten auf dem Dinkelberg NE Basel liegt das Pfarrdorf Eichsel-Adelhausen, in dessen Kirche die Gebeine der drei heiligen Jungfrauen Kunegund, Mechtund und Wibrandis verehrt werden, u. a. auch im Eichseier "Umgang", dem alljährlichen Dinkelberger Volksfest. Rund 500 m NW Ortsmitte Eichsel findet man in einem gegen Westen abfallenden Tobel in 425 m Höhe den Jungfrauen- oder Mägdebrunnen, am alten Kirchweg von Ropperswil nach Eichsei (Ropperswil heißt heute auf dem Meßtischblatt fälschlich Rappersweier; es müßte richtiger heißen Robertsweiler oder Ruppertsweiler). Die beiden Dörfer liegen im Adelhausener Keuper-Lias-Graben, einem schmalen, NNE gerichteten Keilgraben der Dinkelberg-Muschelkalkplatte. Keupermergel bauen den Graben auf, dem - in Reliefumkehr gegen den Muschelkalk - plateaubildend Reste von Lias 1 aufliegen. In der Umgebung dieses Mägdebrunnens sind schon früh Liaskalkplatten mit Fossilien beobachtet und richtig als tierische Reste gedeutet worden, wobei nur hinsichtlich der Fossilisation selbst unwissenschaftliche Gründe mit herangezogen wurden. Wir sind darüber durch urkundliche Nachweise unterrichtet.

Keywords

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