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Mineralwasseraufbrüche im Stadtgebiet von Heilbronn und die natürliche Ablaugung des Steinsalzlagers im Mittleren Muschelkalk

Wild, Helmut

Kurzfassung

Der Untergrund von Heilbronn ist im Vergleich zu seiner weiteren Umgebung ungewöhnlich wasserreich. Aus dieser Tatsache konnte die Stadt seit Jahrzehnten großen Nutzen ziehen. Schon vor 125 Jahren setzte der Kgl. Wttbg. Baurat I. A. v. Bruckmann seine Mitwelt in Erstaunen, als es ihm nach Überwindung großer Bohrschwierigkeiten gelang, auf dem Gelände der Gust. Schäuffelen'schen Papierfabrik Wasser zu erschließen, das 7 württbg. Fuß über dem Neckarspiegel hochdrang. Sein Sohn hat 30 Jahre später mit gutem Erfolg weitere und tiefere Brunnen erbohrt. Dank der damals schon so reichlich zur Verfügung stehenden Wassermenge konnte die erwähnte Papierfabrik zur Blüte gelangen. Weitere Bohrungen im Stadtgebiet schufen die Voraussetzung zur Ansiedlung noch anderer aufstrebender Industriezweige. Überblickt man den Chemismus der in den verschiedenen Bohrungen erschlossenen Wässer, so fällt auf - insbesondere bei solchen Brunnen, die bis in den Muschelkalk reichen - daß das Wasser oft ganz erhebliche Anteile an Cl-Jonen enthält. Andere, unter ähnlichen Bedingungen abgeteufte Brunnen lassen in ihren Wässern besonders erhöhten Chloridgehalt vermissen, um so höher liegt aber dann dort der Sulfatgehalt. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Prüfung der chemischen Zusammensetzung des in den Niederterrassenschottern zirkulierenden Grundwassers der Heilbronner Altstadt. Auch dort kann örtlich der Cl-Jonengehalt plötzlich stark ansteigen und in einer Entfernung von wenigen hundert Metern völlig normal sein. Neben Bohrungen sind in letzter Zeit bei Unterdükerungsarbeiten am Neckar sehr stark mineralisierte Wässer festgestellt worden, die einen wichtigen Beitrag zur Hydrologie von Heilbronn und über Lösungsvorgänge in den tieferen Schichten des Muschelkalks Aufschluß geben. Es ist auf Grund der besonderen tektonischen Lagerung und der gegebenen Schichtenfolge im engeren Raum von Heilbronn zu vermuten, daß hier Mineralwässer z. T. mit erheblicher Ergiebigkeit erbohrt werden können. Doch treten - wie die folgenden Ausführungen zeigen werden - solche Wässer nicht wahllos auf. Ihr Vorhandensein ist an gewisse Voraussetzungen geknüpft. In den folgenden Zeilen soll versucht werden, diese Bedingungen und ihre Gesetzmäßigkeit in knapper Form aufzuzeigen.

Keywords

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